Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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448 Kreuz Kreuzzüge

Eaper oder Schleichhändler zu entfernen, feindliche Schiffe wegzu-nehmen, Zufuhr abzuschneiden,/Flotten zu beobachten, oder sonstaus andern Absichten in einer Gegend des Meers hin und her z»fahren. Die kreuzenden Schiffe sperren die Hafen, sichern vor Lan-dungen und suchen überhaupt den ankommenden Schiffen, in sofernsie diese als feindlich zu betrachten haben, den möglichsten Scha-den zuzufügen, der in ihrer Gewalt steht. Die Schiffe, welchedazu gebraucht werden, sind bewaffnet und führen den NamenKreuzer, so wie die Gegend, wo sie sich umher treiben, die Höh,des Kreuzens heißt.

Kreuz (Orden des eisernen) s. Orden.

Kreuzzüge, die, sind die von den christlichen Völkern dejAbendlandes seit dem Ende des uten Jahrhunderts bis gegen da§Ende des iZten Jahrhunderts zur Eroberung Palästina's ur-ternommenen Kriege. Kreuzzüge wurden sie genannt, weil allein diese heiligen Kämpfe ziehende Krieger das Zeichen des Kreu-zes trugen. Längst befanden sich die christlichen und muhamedani-fchen Völker im Kriegsstande, in Asien nicht nur, sondern auch inEuropa, wo die dem muhamedanifchen Glauben ergebenen Mau-ren oder Mohren in der pyrenäischen Halbinsel sich festgesetzt hat-ten, wo das Christenthum durch den Islamismus beeinträchtigetworden und tief schmerzte es die frommen Völker des Abendlandes,daß sie das heilige Land>» wo der Stifter ihres Glaubens gelebtund für das Heil der Welt gelitten hatte und noch das Grab desErlösers sich befand, nach welchem fromme Pilgrimme wallfahrte-ten, in der Gewalt der Ungläubigen wissen mußten. Die aus demMorgenlande zurückkehrenden Pilgrimme konnten die Gefahren,denen der fromme Wallfahrer ausgesetzt sey, nicht genug schildern,und besonders ward der fatimische Kalis Hakem, als ein Nero be-schrieben, welcher, der Sohn einer Christin, den Verdacht, daß erselbst ein geheimer Christ sey, in dem Blute der Christen abwa-schen wolle. Dazu kam der kriegerische Unternehmungsgeist, wel-cher im Mittelalter die fränkisch-germanischen Völker beseelte undder Vortheil, welchen sich die Menschen jedes Standes und Ver-hältnisses von diesen Unternehmungen versprachen. Der Papst be-trachtete sie als das Mittel, das Christenthum unter den Ungläu-bigen auszubreiten und ganze Rationen dem Schooße der Kirche zu-zuführen ; die Fürsten hofften Sieg und Erweiterung der Herr-schaft ; die Völker erwarteten rühmliche Abentheuer zu bestehen undder in den meisten Gegenden verarmte Landmann zog willig nacheinem Lande, welches man sich in Europa als ein Paradies dachte.Auch wurden den Theilnehmern an dem heiligen Kriege die kräf-tigsten Segnungen verheißen, die Hoffnung, die heiligsten Oerterder Erde zu betreten, mußte aus jedes fromme Gemüth mächtigwirken, und in der gewissen Aussicht auf die Freuden des Him-mels verlor der Tod seine Schrecken. Aus dieser Ursache muß mandie Kreuzzüge und den Enthusiasmus der Völker für diese Unter-nehmungen erklären. Die Veranlassung zum ersten Kreuzzuge gabPeter von Amiens oder Peter der Einsiedler, welcher im I. chNmit andern Wallfahrenden nach Jerusalem gereist war. Nach sei-ner Rückkehr ging er zu dem Papste Urban 1t., schuderte ihm ausdas Beweglichste den traurigen Zustand der Christen im Morgen-lande, und überbrachte ihm ein Schreiben des Patriarchen vonLe-rusalem, in welchem er die abendländischen Christen flehentlich bm,