46r Krone Kröpf
noch wiederum von der Privatchatoulle im engsten Sinne verschie-den seyn. In solchen Staaten aber, die auch der Form nach voll-kommen unumschränkt sind, findet natürlich dieser Unterschied zwi-schen Krone und Staat nicht statt. — Mit dem Ausdrucke Kron-ämter ward ehemals gleichfalls ein von dem neuesten zum Theilsehr verschiedener Begriff verbunden. Die Kronämter in den alte»Staaten waren freilich größtentheils auch Hofwürden, zum Theilaber auch wahre Staatsamter, so z. B. in dem ehemal. deutsche»Reiche, so noch gegenwärtig in Ungarn, wobei noch der besonder-umstand zu bemerken ist, daß diese Aemter gewöhnlich in besonder»Familien erblich waren. Dagegen sind die in verschiedenen Staa-ten in neuern Zeiten errichteten Kronämter, beinah nur ausschließ-lich Hofdienste, die einen besonders hohen Rang geben; nur hinund wieder sind auch mit einigen militärischen Würden Kronämterverbunden, wie z. B. i» Frankreich, wo es bürgerliche und mili-tärische Großofficiere der Krone giebt. Erblichkeit dieser Aemterfindet in den neuern Staaten überhaupt gar nicht statt; dagegenaber sind die Kronämter in den alten Staaten zum Theil zu blo-ßen Titeln geworden, oder ihreTituläre versehen höchstens bei ein-zelnen außerordentlichen Gelegenheiten die damit verknüpften Ge-schäffte. In diesen alten Staaten wird eben so, wie schon bemerktworden, der Unterschied zwischen Krön- und Reichswürden nicht ge-nau beobachtet, wogegen dieselben in den neuern Staaten allerdingsstreng getrennt sind; so hat man z. B. in Frankreich besonderehohe Reichswürden, oder vielmehr nur die Titel von solchen Wür-den angeordnet, denn man hat sich sorgfältig gehütet, den Inha-bern derselben etwas mehr als ei» leeres Ccrcmoniel zu gestatten.In manchen Staaten, wie in England, hat man die hohen Reiche-würden, die hier mehr als bloße Titel waren und ihren Inhabernalle die Rechte und Geschäffte gaben, die der Name der Würde an-zeigte, aussterben lassen, so z. B. die Würde eines Großadmirals,da es gefährlich schien, einem Einzelnen eine solche ausgebreiteteMacht zu überlassen. — Die Krönung ward in allen Zeiten beiKaisern und Königen, die man deshalb auch vorzugsweise gekrönteHäupter nannte und auch noch gegenwärtig so nennt, für durchausnothwendig geachtet, jedoch ist in neuern Zeiten dieser Gebrauchnur noch in einigen Reichen üblich und hat dagegen in andern all-maylig aufgehört; haben wir ja doch selbst in unsern Tagen neu-gekrönte Häupter entstehen sehen, die auch nicht gekrönt waren.Der Papst, der in frühern Zeiten die römischen Kaiser zu krönenpflegte, hat nur einmal in der neuern Jett dieses Geschäfft wieder-um versehen, als er im Jahre rgog, Napoleon Bonaparte zu Parisals Kaiser der Franzosen krönte. Lr.
K r o n i o n, s. I u p i t e r.
Kronos, s. Saturnus.
Kröpf, eine Geschwulst am vorder» Theile des Halses, >«der Gegend der Schilddrüse. Man belegt zwar im gemeinen Lebendie Anschwellung und Vergrößerung der Schilddrüse selbst mit demNamen des Kropfes, und verwechselt sonach beide miteinander,allein genau genommen sind beide verschiedene Uebel. Der wahr-Kröpf entsteht außerhalb, wiewohl in der Gegend der Schüddrufivon Austreibung des Zellgewebes, der in ihm befindlichen Adern,AuStreten von Blut und lymphatischen Feuchtigkeiten, und kann zueiner ungeheuern Größe wachsen, wie man an den Kretinen