Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Kritik Krone 461

ist, lehrt den Kritiker bei Beurtheilung menschlicher Produkte hu-man und nachsichtig seyn, ja selbst um seines eignen Genusses wil-len, der Beurtheilung im Leben eine Grenze setzen, um nichtmit Recht verhaßt zu werden. Außer letzterm Grunde aber, wel-cher in dem Mißbrauche der Kritik liegt, ist die Kritik nur jenerEigenliebe der Beurtheilten, welche in dem Geschäfft, das sie be-treiben, sey es so hoch und wichtig, als es wolle, nur sich selbstsehen und ihre persönlichen Anforderungen geltend machen wollen,oder der Trägheit der gewöhnlichen Beurtheiler verhaßt, welchesich lediglich ihrem Gefühle, sey es geübt oder ungeübt, verdorbenoder nicht, überlassen und anvertrauen. Diese sehr herrschendenMotive menschlicher Denk- und Beurtheilungsweise haben freilichselbst den Namen der Kritik, des Kritischen (welcher Ausdrucknicht nur prüfend, untersuchend, sondern auch etwas Bedenkliches,Mißliches und Gefährliches bedeutet) so wie dem Geschäft desKri»tisirens eine verdächtige Bedeutung gegeben; allein gewiß ist es,daß, so lange der Mensch ein verständiges, Mittel und Zweckevergleichendes Wesen seyn wird, er auch der wahren und humanenBeurtheilung seiner Werke, wie vielmehr der geistvollen, umfas-senden Kritik einen unverkennbaren und noch höhern Werth bei-legen wird, als der einseitigen Productivität und beschränkten Ma-nier, über welche sich die Kritik durch die Idee erhebt. DiesenWerth belegt auch die Erfahrung und Geschichte, welche uns zei-gen, wie oft die wahre Kritik von Verirrungen und gefährlichenAbwegen in Wissenschaft und Kunst verwahrt und abgehalten hat.Nur erhebe sich der Kritiker nie über die originelle Productivitätdes reichen Genius. D.

Kritiker, Kritikus, s. d. vorhergeh. Art.

Kritik der reinen Vernunft, s. Kant.

Kritische Philosophie, s. Kant und Philosophie.

Krone, Kronämter, Krönung. Mit dem Worte Kronebezeichnet man den goldnen Stirnreif, das Merkmal und Abzeichender höchsten Gewalt. Die Kronen selbst sind nach der verschiedenenWürde derer, die sie tragen, verschieden; so spricht man in derWappenkunde von Kaiser-, Königs-, Großherzogs -, Fürsten-und Grafen-, von alten und neuen Kronen. Außer diesem eigent-lichen und vornehmsten Sinne hat das Wort Krone aber auch nochmehrere Nebenbedeutungen. So wird dasselbe nicht selten gleich-bedeutend mit Reich oder Staat gebraucht; man spricht z. B. voneiner Krone England, von einer Krone Spanien. Dagegen aberhat man vorzüglich in den neu entstandenen Staaten angefangen,die Wörter Krone und Staat als sich einander geradezu entgegen-gesetzt zu brauchen, indem man unter Krone den Inbegriff allerder Rechte und Vorzüge versteht, die dem Regenten, als einer bc-londern, von dem Staate verschiedenen moralischen Person betrach-tet, zustehen. So spricht man von Krondomanen im Gegensatzervn Staatsdomänen, indem man mit den ersteren einen ähnlichen-vegrip, so wie vormals in Deutschland mit dem Worte Chatoull-verbindet. Jedoch wird heut zu Tage, wie z. B. in Frank-Unterschied zwischen Krön- und Privatdomänen ge-macyr, indem erstere in der Regel unveräußerlich sind und jedemte- ^ ^ ^ höchsten Gewalt zum Niesbrauche anheim fallen, letz-vollkommen gleich andern Privatbesitzungen anzusehenl >iö. Dieier Erntheilung zufolge kann daher der Kronschatz z. B.