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Fünfter Band. Von I bis L.
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464 Krusenstern

der vorhandenen Quellen Alles geleistet, was man von einer sol-chen Arbeit erwarten kann. Nach Krünitz's Tode setzte Fr. Jac.Flörke die Encyclopädie fort, starb aber schon 1799. Seitdembesorgt dessen Bruder, H. G. Flörke, die Fortsetzung.

Krusenstern (A. I. Ritter von) Capitain der k. russischenMarine. Dieser Seemann, der neueste unter den berühmtestenWeltumseglern, hat der Wissenschaft, seinem Kaiser, dem russischenReiche und seinem eigenen Verdienste, in seiner Reise um die Weltin den Jahren bis 1806, ein Denkmal gestiftet, das seinenNamen auf die Nachwelt bringen wird. Rußland hatte schon vorKrusenstern Entdeckungsreisen wohl vorbereitet und glücklich aus-geführt. Au Behrings Reise und zu Lschirikoffs dritter Reisedauerten die Jurüstungen 9, zu Billings Reise 10 Jahr. Außerdiesen Männern nennt die russische Geschichte folgende denkwürdigeReisende: Spangcnberg, Walton, Schelting, Chemiteffskoy, Synd,Krenitzin, Lewascheff, Laxmann, Sarytscheff. Aber KrusensternsReise übertraf seine Borgänger in Rußland nicht bloß durch ihrenUmfang, sondern auch durch den Erfolg. Vor ihm hatte sich dierussische Schiffahrt im atlantischen Ocean nie bis zu den Wende-kreisen erstreckt. Krusenstern fuhr vom 60 Grad N. B. bis zum60 Grad S. B. der andern Hemisphäre; und auf dieser mehr alsLjährigen Reise starb ihm nicht ein Mann. Wie reich aber dieAusbeute in wissenschaftlicher Hinsicht war, beweisen 3 verschiedeneim Druck erschienene Beschreibungen dieserEntdeckungsreise, welcheAlexanders Regierung um so mehr verherrlicht, da Rußland unterihr, von so vielen Seiten gedrängt, nur im Panzer und Helm er-scheint. Der Kaiser kaufte nicht nur die beiden Schiffe für 17,000Pf. Sterl. und wies zu ihrer Ausbesserung Sooo Pf. St. an; erversah sie nicht nur mit allem Nöthigen, z. B. mit den besten In-strumenten von Lroughton, Arnold und Pcnnrngton; sondern erthat Alles, um das wissenschaftliche Gelingen dieser Nationalunter-nehmung zu sichern und zu bestärken. Er ermunterte und belohnt«die Seefahrer mit kaiserlicher Freigebigkeit.. So wies Er Krusen-sterns Gattin die Einkünfte eines Guts an, welche sich auf »gooRubel jährlich beließen, um rhren Mann, wahrend der Abwesen-heit, wie Er sich ausdrückte, über den Wohlstand seiner Familiezu beruhigen. Alle Officiere am Bord beider Schiffe wurden umeinen Rang befördert, und erhielten lebenslängliche Pensionen; dieGelehrten auf Lebenszeit jährlich 3oc> Dukaten. Aber der Ruhmder vollendeten Unternehmung gebührt dem bescheidenen Krusenstern.Kein Seefahrer hat so viel Menschenfreundlichkeit, Sorgfalt^ Auf-opferung seiner eigenen Bequemlichkeit, mit einer umfassendenKenntniß seines Faches vereinigt. Wenn irgendwo der Satz sichbewährt hat, daß den Talenten und «Kenntnissen eines Mannesnur sein moralischer Character den einzigen wahren Werth er-theilt, so zeigt es der Erfolg dieser Reise. Man kannte den Ca-pitain von Krusenstern schon in der gelehrten Welt durch einenAufsatz in StorchsAnnalen, worin er die Schwierigkeiten des Han-dels über Ochotzk nach den Inseln und Küsten von America zeigte,und bewies, daß dieser Handel nur dann erst, wenn Schiffe ausder Ostsee um das Cap Horn oder das Vorgebirge der guten Hol!'nung herum nach der Nordwestküste von America gingen, wichtigwerden könnte. Allein, wenn Rußland unmittelbar an demHano«mit China und Indien Theil nehmen sollte, mußte es der indisch'"