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Fünfter Band. Von I bis L.
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einen solchen Beifall erhielten, daß die Königin sich entschloß, ih»zu ihrem Capellmeister zu ernennen. Warum dieß unterblieb, istnicht bekannt, nur so viel weiß man, daß Kunzen bald darausDresden verließ und sich 172Z nach Hamburg begab, wohin er alsComponist an das dortige Operntheater berufen worden war. Hier-setzte er im folgenden Jahre die Sinfonien, Chöre und Recitative,so wie auch einige Arien zu der Oper: Romulus und Rcmus. ImJahre 1725 componirte er daselbst noch die beiden Opern: Kritikdes Theaters zu Hamburg, und Kadmus. Nachdem sein Engage-ment mit der dortigen Opern.Direction abgelaufen war, privati-sirte er in Hamburg, gab Unterricht und componirte. Von seinenWerken erhielt besonders ein Passions-Oratorium allgemeinen Bei- ifall. Sein Sohn, Carl Adolph, der unterdessen 8 Jahre alt ge- ^worden war, hatte, bereits so erstaunenswürdige Fortschritte in derMusik gemacht, daß der Vater sich im I. 1728 entschloß, mit dem-selben eine Reise nach England und Holland zu unternehmen. Erkehrte darauf im folgenden Jahre nach Hamburg zurück, von woer als Organist nach Lübeck berufen wurde, welche Stelle erOstern 17Z3, mit einem Oratorium antrat, das für 5 Chörecomponirt war. Er wird übrigens unter die geschicktesten Orga- !nisten seiner Zeit gezählt. Die Nachrichten, die wir von ihm ha-ben, gehen nur bis zum I. 174a, und wir kennen seit dieser Zeitweder die Ereignisse seines Lebens, noch das Jahr, in welchem ergestorben ist. — Kunzen (Carl Adolph, oder nach Andern, Jo-hann Adolphs, Sohn des vorigen, von dem bereits die Rede gewe-sen ist, Musikdirector zu Lübeck, ward am 22. Sept. 1720 zu Wit-tenberg geboren. Die außerordentlichen Talente, welche er schonals Knabe von 8 Jahren in der Musik, besonders im Clav.erspie-len zeigte, wurden der Gegenstand einer so allgemeinen Bewunde-rung zu Hamburg, daß sich der Vater, wie wir bereits oben ge-sehen haben, entschloß, mit demselben eine Reise nach Holland undEngland zu machen. Sie reisten am 11. Aug. 172g von Hamburgab und wurden zu Aurich, wo sich damals der dänische Hof auf-hielt, dem Könige von Dänemark vorgestellt, der sie mit Gunstbe-zeugungcn überhäufte. Von dort reisten sie durch Holland, wo sichder junge Carl Adolph überall hören ließ und die Bewunderungaller Kenner und Liebhaber erregte. Am 4. Oct. desselben Jahrstrafen sie zu London ein, wo der gunge Kunzen nicht weniger Be-wunderung erregte als in Holland, ja sogar von dem gelehrtenMagnus Blase in einem Gedichte besungen wurde. Nach einemeben so ehrenvollen als belohnenden Austnthalte von 6 Monatenzu London, kehrte Vater und Sohn am 7. Mai 1729 nach Ham-burg zurück. Dieß sind die letzten Nachrichten, die wir von denJugendumständen des Carl Adolph Kunzen, so wie von den Fort-schritten desselben in der Musik besitzen. Erst im Jahre 17Z0 fin-den wir thu als Capellmeister zu Schwerin wieder, von wo er1767 als Organist an die Stelle seines Vaters nach Lübeck beru-fen wurde. Er ward damals für den geschicktesten Clavierspielerseiner Zeit gehalten. Im Jahre 177» rührte ihn der Schlag, wo-durch er des Gebrauchs seiner Hände beraubt wurde. Außer meh-rern Jnstrumentalcompositionen für verschiedene Instrumente zeich-net sich unter seinen größer» Singemusiken eine Passionsmusik: 0göttliche Berufung des Glaubens Abrahams, zu ihrem Vortyeigus. Auch enthält das musikalische Werk, welches Cramer im