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Fünfter Band. Von I bis L.
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Kunzen 49 l

I7«7 unter dem Titel: Mora, herausgab, mehrere Compositionenvon Carl Adolph Kunzen. — Kunzen (Friedrich Ludewig Emil),Sohn des vorigen, anfangs Privatisirender Musicuö zu Hamburg,seit 179S königl. dänischer Kapellmeister zu Copenhagen, ward 176Zzu Lübeck geboren, und studirte 1784 in Kiel, wo er viel mit demnachher in Paris verstorbenen Cramer und mit Schulz zusammen-lebte. Schon damals zeichnete er sich durch fertiges Clavierspielen,schnelles Notenlesen, brillantes und geschmackvolles Phantasiren unddurch seine gründlichen Einsichten in die Composition aus, welcheletztere er sich durch eignen Fleiß erworben hatte, so, daß jeder-mann bereitwillig war, sein großes Genie zu bewundern. In Ko-penhagen, wohin er von Kiel gegangen war und wo 1787 Schulzmit ihm zusammentraf, wollte es ihm nicht gelingen, die ersteAccompagnistenstelle, um welche er sich bei der dortigen Capelle be-mühte, zu erhalte». Er blieb dessenungeachtet da, weil ein an-genehmer Cirkel von Freunden, unter welchen sich auch Schulz be-fand, ihn an Copenhagen fesselte. Er nutzte dort seine Zeit, im-mer größere Vollkommenheit in der Composition zu erhalten, stu-dirte fleißig Partituren und componirte verschiedene Gelegenheits-musiken, in denen ein größerer Aufwand von Kunst und Fleiß hör-bar war, als man in solchen Musiken gewöhnlich zu suchen und zufinden pflegt. Sein erster theatralischer Versuch war die Oper:Hslger Danske (oder Oberen) vonBaggesen, die 1789 unter Schul-zens Direktion auf dem Nationalrheater zu Copenhagen aufge-führt und vom Februar bis zum Julius desselben Jahrs mit gro-ßem und immer gleichen Beifalle aufgenommen wurde. In dieserOper, in welcher das Pathetische und Lyrische mit dem Hoch- undNiedrig-Komischen abwechselt, legte Kunzen schon einen Beweis abvon seinem richtigen Urtheile und Gefühle, von seiner Kenntnißdes Theater-Effects und von seiner fruchtbaren Erfindung. Einsolcher Versuch ließ den künftigen Meister ahnen. Da ihm aberin Copenhagen die Aussichten zu einer bestimmten Ansehung be-nommen waren, und das Unterrichtgeben ihm sehr lästig ward, soentschloß er sich, sein Glück anderswo zu suchen. Auf SchulzensAnrathen ging er im Julius 1790 nach Berlin, wo Reichardt ihnmit offenen Armen aufnahm und alles Mögliche that, ihm dendortigen Aufenthalt angenehm und nutzbar zu machen. Seine Be-gierde zu arbeiten war Ursache, daß er ein Singstück von einemdortigen Schauspieler in Musik setzte, welches aber, wahrscheinlichwegen des geringhaltigen Werths des Textes, bei der Aufführungkein Glück machte. Bald nachher fand er Gelegenheit, mit einemGehalte von 900 Gulden bei dem neuerrichteten Nationaltheater inFrankfurt a. M. angestellt zu werden. In dieser Stelle hatte erGelegenheit, sich auf das genaueste mit dem Geiste der Mozart-schcn Werke bekannt zu machen. -Diesem Vorbilde hatte er so vielzu verdanken, und er arbeitete demselben mit so glücklichem Er-folge nach, daß, als er einige Jahre nachher, ebenfalls als Musik-director bei der Schauspielergesellschaft in Prag, sein Winzerfestauf das dortige Theater brachte, das Präger Publicum diese Ar-beit mit dem lautesten Bcifalle aufnahm, ungeachtet dasselbe der-gestalt durch die Mozartschen Werke war verwöhnt worden, daß inu ^ ^ keine fremde Musik daselbst hatte aufkommen können.

3 eit geschah es, daß Schulz in Copenhagen wegenKränk-uHteit um seinen Abschied anhalten mußte. Da es der König ihm