Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Lacedämon Z07

die bereits von ihm gemachten weisen Einrichtungen, die Feindschafteiniger Neider zugezogen, mit denen sich die Königin, aus Racheüber ihre fehlgeschlagen« Hoffnung, gegen Lykurg verband , indemsie Besorgnisse darüber äußerte, das Leben des jungen Prinzen ei-nem Manne anzuvertrauen, dem an dem Tode desselben am meistengelegen seyn dürfte. Kaum hatte dieß Lykurg erfahren, als er denEntschluß faßte, sein Vaterland zu verlassen, und die vormundschaft-liche Regierung freiwillig niederzulegen. Er begab sich nach Kreta,um sich daselbst mit den Gesetzen des weisen Minos bekannt zumachen. Nachdem er sich von dort in die ionischen Eolonieen, anden Küsten Kleinasiens, begeben hatte, wo er, wie man erzählt, diehomerischen Gedichte fand ; und dann noch, nach dem Berichte ei-niger Schriftsteller, Aegypten und Indien durchreist war, kehrte er»ach Lacedämon zurück, welches von großen Unruhen zerrüttet wnrde.Da nämlich die beiden Könige, Archslaus und Eharilaus, weder beidem Volke, noch bei den Großen in Achtung standen, und auchkeine Gesetze Vorhänden waren, die die allgemeine Ruhe hättenaufrecht erhalten können; so nahmen die Bedrückungen der Großenund der Uebermuth des Volks immer mehr überhand. Lycürg,welcher der einzige Mann war, zu welchem jetzt alle Parteien Iu-lrauen hatten, gründete, selbst unter dem Beistande der Götter,teren Orakel er hatte befragen lassen, eine neue Staatsverfassungin Lacedämon, und ward besonders durch seine Gesetzgebung derWiederherstelle« und Wohlthäter seines Vaterlandes. Nachdem nunLacedämon durch den Lykurg zu neuen Kräften gekommen war, undneue Energie erhalten hatte; ergoß es diese bald in neue Kämpfegegeffihre Nachbaren. Vorzüglich aber bewies sich die erhöhte in-nere Kraft Sparta's in ben beiden langwierigen Kriegen mit denMeffeniern, die sich endlich mit der gänzlichen Eroberung des Lan-des und der Unterjochung dieses tapfern Volks endigten. Endlicherlangte Sparta unter seinem Könige Leonidas, durch dessenKampf bei Thermopylä, den höchsten Ruhm und die Hochachtungaller griechischen Volker so sehr, daß selbst Athen es sich gefallenließ, den Spartanern den Oberbefehl über alle verbündete griechi-sche Völker, sowol zu Lande als zu Wasser, zuzugestehen. In derThat stellten auch die Spartaner in dem persischen Kriege eine sehransehnliche Landmacht auf, welche in Vereinigung mit Athen undden übrigen griechischen Bundesgenossen, unter Anführung des Pau-sanias, der statt des jungen Plistarch, des Leonidas Sohn, dieobervormundschaftliche Regierung führte, die berühmte Schlacht beiPlatäa gewann., Mit gleichem Glücke focht auch die griechischeFlotte, unter Anführung des spartanischen Königs Lcotychidcs unddes athcniensischen Feldherrn Lantippus, gegen die Perser, undschlug diese bei Mykale in einem Treffen zu Lande, dem die Ver-nichtung ihrer ganzen Flotte folgte. Sparta's politische Machthatte jetzt nicht nur einen hohen Grad von Zuwachs erhalten; son-""" is begann auch, sich im gesellschaftlichen Lebe» zu cultivrren,und Kunftfleiß und Kunstgcschicklichkeit auszuüben. Zu gleicher Zeitward aber auch die Gewalt der Könige sehr eingeschränkt, wogegendie Ephoren die ihrige immer weiter auszudehnen begannen. Nach-dem nun aber der gemeinschaftliche Feind, Persien, besiegt war;nngen die griechischen Staaten, die einmal an Krieg gewöhnt wor-waren, an, sich unter einander anzufeinden. Besonders, er-wachte Sparta's Eifersucht gegen Athen, und ging am Ende s»