5-v Lacedamon
gesehensten Perser, aus weißem Marmor, geschmückt 'war; derChor, ein Ort auf dem Markte, der mit den Bildsäulen Apollo«,Dianens und Latonens prangte, auf welchem an den Gymnopädie»die Epheben ihre Tänze aufführten; die Baroneta, das Wohn-haus der Könige aus der Familie des Eurysthenes, in der StraßeAphcta (Aphetais), welches deswegen so hieß, weil es das Volkvon der Wittwe Polydors für eine Rinderheerde eingehandelt hatte;die Leschcn, oder öffentliche Versammlungshäuser, in welchen sichdie Bürger über die Angelegenheiten des Staats zu unterredenpflegten, deren es zwei gab, von welchen die Lesche der Krotane»in der Nähe der Gräber der Ägiden war, und die Lesche Pöcile;der Tempel der Minerva Poliuchos (Calciöcas), wel-cher auf der Akropolis', oder dem hervorragendsten Theile Spar-ta's, lag, u. a. m. — Die Lacedämonier (Spartaner)zeichneten sich durch ihre Sitten, Gebräuche und Staatsverfaffmig,von denen wir hier kürzlich einige Hauptmomente anführen wollen,vor allen übrigen Völkern Griechenlands aus. Was die StaatS-vcrfaffung anbetraf; so waren die Könige daselbst nichts wenigerals unabhängig, und regierten nur mit und durch den Willen desVolks, indem sie keiner andern Vorrechte genossen, als die erstenRathgeber in den Volksversammlungen, die Schiedsrichter bei ent-standenen Streitigkeiten und di' Führer des Heeres zu seyn, auchkeine andere Belohnungen empfingen, als ein ansehnlichts Landel-genthum und einen vorzüglichen Antheil von der Beute, und end-lich den obersten Sitz in Zusammenkünften und bei Mahlzeiten ein-nahmen. Die Spartaner (d. h. die Nachkommen der Dorier, welcheunter Anführung der Herakliden sich der Landschaft Lakonien be-mächtigten) beschäfftigtcn sich nur mit dem Kriege und mit derJagd, und überließen den Ackerbau der^ Heloten (den Einwohnernvon Hclos, welche Stadt sich den einwandernden Doriern, oderSpartanern, widersetzt hatte, und welcher dafür von diesen dasJoch der Sclaverei aufeUegt worden war), den Laccdämoniern, oderPeriökcn (d. h. den alten Bewohnern des Landes) den Handel, dieVerfertigung des Purpurs, die Schifffahrt, die Waffen- und Ei-senfabrikcn. Wenn nun die Spartaner, als die mächtigen Beßegerdes Landes, an Sitten und Cultur vor den Lacedämoniern den Bor-zug hatten; so blühctcn dagegen unter letzter» das ganze Gebietdes Gewerbfleißes, und nur an die Lacedämonier muß man denken,wenn von lakonischen Wollenfabriken, Purpur, Gewehrfabrikenu. s. w. die Rede ist. Sie, die Lacedämonier, machten mit ihrenOberherren, den Spartanern, späterhin gleichsam ein einziges Volkaus, waren aber bei weitem viel zahlreicher, als die Spartaner,mit denen sie sich nach und nach jedoch vermischten. Beide standengewissermaßen in einem Bunde, und machten zusammen einen Fm-staat aus, der eigne Nationalversammlungen hatte, welche die Städtedurch Abgeordnete beschickten. Die Beiträge zum Kriege, so wol anGeld, als an Truppen, machten die Hauptausgabeu aus, welche diefreien Lacedämonier ihren Unterjochern, den Spartanern (Doriern)zu entrichten hatten. Die Lacedämonier waren oft eifersüchtig ausdie Spartaner, und im thebanischen Kriege zogen sogar mehrereStädte ihre Truppen von den Spartanern zurück, und ließen Pzu dem Epaminondas stoßen. Da man bei den jetzigen Mainotten,den Nachkommen der Lacedämonier, noch viele Spuren der altenspartanischen Verfassung antrifft; so schließt man daraus, daß M