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reich hatte damals in Ostindien eine größere Sand- und Seemacht,als England; und dessen dortige Lage war sehr Vortheilhaft. Hat-ten die Engländer gleich den Franzosen Mähe und Chanderna-gor weggenommen, so hatten diese dafür jene von der Küste vonOrixa vertrieben, auf welcher Frankreich Provinzen besaß, dietheils wegen ihrer Lage, theils wegen ihrer Reichthümer, Frank-reich sehr wichtig waren. An demselben Lage, wo Lally zu Pon-dichery sich ausschiffte, begab er sich auf den Marsch, um Goudelovzu belagern, welches sich auch nebst dem Fort St. David nach ei-nem kurzen Widerstände ergab. Aber nun unternahm er, ganzgegen seine Jnstrnction, einen Feldzug gegen den König von Lan-iaour, der jedoch den glänzenden Unternehmungen, mit welchen erin Ostindien begonnen hatte, durchaus nicht entsprach. Nachdemer nach Pondichery zurückgekehrt war, belagerte er Madras, zuwelchem Endzwecke der Rath, im Einverständnisse mit ihm, großeSummen zusammenhäufte, um jenem Plane mit Nachdruck be-gegnen zu können. Aber während der Zubereitungen dazu warddie französische Armee von Orixa, deren vortrefflichen Anführer,den berühmten Büssy, Lally unglücklicherweise abgerufen hatte,gänzlich in die Flucht geschlagen, und zwar von einem, sowol auMannschaft als von Geschütz, weit schwächern englischen Corps.Damit noch nicht zufrieden, übergab der neue General der dorti-gen französischen'Acmee, Lallys Freund, kurz nachher auch die wich-tige Festung Masulipatnam, und nun Verschwand die französischeMacht im Norden von Indien wie ein eitler, trügerischer Glanz.Indessen war Lally dennoch im December i/ 5 g vor Madras ange-langt, hatte sich der schwarzen Stadt, die völlig offen war, bemäch-tigt, und vor dem Fort St. Georg die Laufgräben eröffnen lassen.Aber der Angriff auf dasselbe, der schlecht geleitet wurde, mislang;die französische Armee, im Rücken unaufhörlich beuruhigt, litt,durch ein abermaliges Versehen Lallys, selbst an dem Unentbehr-lichste» Noth; die Belagerung ward nach gstägigev Eröffnung denLaufgräben aufgehoben, und das französische Belagerungseorps wargezwungen, sich schimpflich zurückzuziehen. Nun singen auch dieSoldaten, die seit ic> Monaten keine Löhnung bekommen hatten,Meutereien an; nach vielen vergeblichen Bemühungen, den Aufruhrzu stillen, sah sich der Rath von Pondichery gezwungen, sein Sil-berzeug in die Münze zu schicken, so wie Lally, seine Casse zu lee-ren, um die Soldaten zu befriedigen. Run kehrte alles zur Ruhezurück, und ein Jahr verfloß, ohne daß sich zu Lande etwas voirBedeutung ereignete. Zur See ward jedoch die französische Esca-dre nach lebhaften Gefechten gezwungen, sich nach Jsle de Francezu begeben, von wo sie nicht wieder zurückkehrte. Ihre Abwesen-heit, mit dem Rückzüge des Belagerungscorps vor Madras ver-bunden , hatte die Engländer ihrerseits in den Stand gesetzt, an-griffsweise zu verfahren. Sie belagcrien daher Bandavachy, schlu-gen am 22. Jan. 1760 un-er den Mauern dieser Festung LallysArmee aufs Haupt, und machten Büssy zum Kriegsgefangenen.Nach dieser unglücklichen Schlacht folgte ein Unglück auf das an-dere; Lally ließ sich sogar das Fort Baldaour nehmen, weil er,v>e er sagre, unzufrieden mit dem Hofe wäre. Er zog sich nachpondichery zurück und seine' Armee folgte ihm dahin. Run. ent-band daselbst eine Hungersnoth, dessen Unglück noch durch dasMiSverstsndniß vermehrt wurde, welches zwischen dcm borkigen