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Fünfter Band. Von I bis L.
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536 Lamballe

bsn zu verschaffen. Anfangs verachtete die Prinzessin diese Wer- ^läumdungen; da sie aber immer zunahmen, so hörte alle Gesell-schaft bei ihr auf, und sie.ging mit niemandem um, als milderköniglichen Familie. Leider war diese Vorsicht zu spat. Auf dieschrecklichen Scenen, wo man bewaffnet in das Innere des Schlos-ses eindrang, dem Könige die Freiheitsmütze aufsetzte und die Kö-nigin bis in ihr Gemach verfolgte, folgte endlich der schrecklicheVolksaufruhr, und der König, der das Schloß bedroht sah, stattnoch immer sein Ansetzn als König zu gebrauchen und jenem Auf-ruhr Gewalt und Entschlossenheit entgegen zu stellen, machte seinTestament und schickte sich mit einer »»königlichen Gelassenheit zumTode an. Roch hatte sich die. Prinzessin retten können: aber nichtswar im Stande, sie von der Königin zu trennen. Sie begleitetediese und den König, welche beide in dem Saale der gesetzgebendenBersammlullg Schutz und Sicherheit für sich und ihre Familie such-ten. Bis zum Abend blieben sie hier in der peinlichsten Lage undfür die Nacht wurde ihnen ein Zimmer bei den Fcuillans angewie-sen , worin einige Matratzen ausgebreitet waren. Am iZ. Jul.1792 ward dieser angstvolle Aufenthalt mit dem Tempel verwech-selt. Orleans, welcher der Prinzessin eine jährliche Summe vonachtzigtausend Thaler auszuzahlen hatte und der ganz richtig vor-aussah , daß der Herzog von Panthievre bei seinem bevorstehende»Tode derselben eine noch bedeutendere Pension aussetzen würde,haßte seine Schwägerin fast noch mehr, als die königliche Familie. .Er ließ daher durch seine Kreaturen alle Mittel und Wege an-wenden, die Prinzessin verdächtig zu machen, was ihm auch in sofern vortrefflich gelang, als sie kurz darauf vor einen Ausschuß dergesetzgebenden Versammlung geführt und daselbst über ihre vermein-ten Verbrechen verhört wurde. In Folge dieses Verhörs ward sieförmlich arretirt und in die Force geführt. Hier sollte sie nebstden andern Schlachtopfern hingerichtet werden, als der Herzog vonPanthievre, der von der Gefahr, in welcher seine Schwiegertoch-ter schwebte, gehört hatte, den berüchtigten Manüel mit 4°,°?°Thalern bestach, der für diese Summe das Leben der Prinzessinzu retten versprach. Orleans, der von dem geheimen Einverständ-nisse des Herzogs mit Manüel gehört hatte, setzte alle Maschinenin Bewegung, um die Prinzessin dem Beile der Henker zu über-liefern.^ Manüel gab mit sichtbarem Widerstreben nach, weil er .selbst fürchten mußte, verrathen zu werden. Die Prinzessinn wardnun am 3 . Sept. vor die Commission geführt, welche sich unten in !dem Gefängnisse versammelt hatten. Sie ward gewaltsam dennArme durch den kleinen Hof, in welchem jedoch noch keine Spurvon Hinrichtung zu sehen war, in den großen Hof geschleppt.. Alssie hier den Boden mit Blut bedeckt sah, sank sie ohnmächtig r»die Kniee, und zwei ihrer Henker unterstützten sie. Man führtesie an den Ort, wo die Blutmenschen mit aufgestreiften bluttge»Armen und mit Waffen in der Hand, eben Volksgericht hielten.Nach einige» unbedeutenden Fragen, die sie beantworten mußte,befahl man ihr, Freiheit, Gleichheit, und Haß dem Könige, derKönigin und dem Königthum zu schworen. Sie willigte ein, Frei-heit und Gleichheit, verweigerte aber den Haß gegen die königlicheFamilie zu schwören. Augenblicklich that der Richter den Au--

spruch: , Madame kann abtreten! " Diese Redensart hieß in °eii ,

damaligen Blutgerichten so viel, als, ,,sie soll hingerichtet werde».