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Fünfter Band. Von I bis L.
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Lamballe

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dem Könige einen wesentlichen Dienst. Es waren nämlich in derRormandie Unruhen ausgebrochcn, die gefährliche Folgen befürchte!»ließen. Der Herzog von Panthievre c-rhielt daher den Auftrag,sich dorthin zu begeben und jene Unruhen beizulegen zu suchen.Dabei machte es dieser zur Bedingung, seine Schwiegertochter zurBegleiterin zu haben, damit diese, während er auf die Männerwirke, durch ihre unwiderstehliche Sanftmuth und Güte die Frauenstimmen könne. Beide waren über Erwartung glücklich in ihremUnternehmen, und erwerben sich dadurch die höchste Zufriedenheitdes Königs. Nach der Zurückkauft war die Prinzessin noch un-zertrennlicher von der Königin, wie zuvor. Der Zeitpunct rücktejetzt immer näher, wo Frankreich jene in ihrer Art fast einzigeKatastrophe, die Revolution, erfahren sollte. Es ist hier nicht derOrt, die nähern oder entferntern Veranlassungen, welche sie nachund nach herbeiführten, zu entwickeln. Die Prinzessin, von devNatur mit einem seltenen Scha-rfblicke versehen, ahnete das Unge-Witter, welches sich über dem ganzen königlichen Hause zusammen-zog; sie hatte besonders die boshaften Anschläge des Herzogs voirLrleans ausgespäht und warnte die Königin vor ihm, wie vseihrem geschworensten Feinde. Dieser ließ durch seinen Anhang, anderen Spitze sehr talentvolle, obwol verbrecherische Menschen, wiez.B. ein Mirabeau, ein Laclos, standen, die entehrendsten Pas-quille gegen die Königin verbreiten: diese mußte dabei die schreck-liche Erfahrung machen, daß sie, wie auch die Zeiten der Revolu-tion gezeigt haben, noch mehr, als der König selbst, von der Na-tion gehaßt wurde. Trotz der drohenden Gefahren verließ jedochdie Prinzessin die unglückliche Königin nicht. Die Freunde deS-Königs dachten jetzt ernstlicher als je darauf, ihn und seine ganzeFamilie der Tyrannei zu entreißen, in welcher diese gehalten wur-de. Der Plan zu der Flucht wurde verabredet, scheiterte aber, wiebekannt, und das Schicksal des Königs verschlimmerte sich noch un-endlich mehr. Da nun auch die Prinzessin Lamballe dem Volke?verdächtig geworden war und man sie beschuldigte, sie stehe mit derdu Barry, die sich nach Ludwig XV. Tode nach England begebenhatte, in Briefwechsel, sie habe ihren Leuten befohlen, weiße Co-carden zu tragen; so wirkten am Ende die eindringenden Bittenihrer Freunde und Bekannten, und die Prinzessin reiste unter demVorwande, ihre Gesundheit erfodere chen Gebrauch der Bäder zuBath, im August 1791 nach England, wo sie mit der größten Aus-zeichnung aufgenommen wurde. Da in dieser Zeit das Schicksaldes Königs eine günstigere Wendung zu nehmen schien, indem erstlbst theils die Constitütion annahm, theils auch eine Partei derBessern in der Nation sich für ihn erklärte; so schien das allge-meine Zutrauen zurückkehren zu wollen. Die Prinzessin verließdaher England, kehrte nach Paris zurück und bezog die Tuilerieen,um der königlichen Familie desto näher zu seyn. Da die Freundeder Konstitution die einzigen waren, auf deren Beistand der Kö-nig noch rechnen konnte; so mußte die Prinzessin die Frauen der-leiden zum Thee laden, bei welchem dann die Königin und diePrinzessin Elisabeth sich ebenfalls einfanden. Doch auch dieß ent-den Feinden des Königs nicht. Man streute das Gerücht aus,-sm) eine österreichische Partei, und bei der Prinzessin Lam- >vaue wurden die Zusammenkünfte gehalten. Besonders wandte-rieans alle möglichen Kunstgriffe an, um diesem Gerüchte Glau-