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Fünfter Band. Von I bis L.
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538 Lambert Lamoignon

stützt, sich in allen Wissenschaften vervollkommnete. Hier zeigte sichbesonders sein mathematisches Genie, welches nun seine gelehrtenSchriften und Erfindungen entwickelte. Nach einem achtjährige»Aufenthalte in Chur begleitete er 1756 seine Zöglinge nach Göt-,tingen, wo er Eorrespondent der Societät der Wissenschaften wur-de, von da 1757 nach Utrecht, und 1/58 nach Paris, Marseille undüber Turin nach Chur zurück. Nach einem kürzen Aufenthalte i»seiner Vaterstadt begab er sich 176g nach Augsburg, wo er sei»Werk über die Photometrie (Messung der Stärke des Lichts undder Farben) drucken ließ. Mitglied der Akademie der Wissenschaf-ten in Bayern mit 800 Gulden Gehalt war er nur kurze Zeit,weil er sich nicht in München aufhalten wollte. Er begab sich nachErlangen. In dieser Zeit gab er seine cosmologischen Briefe überdie Einrichtung des Weltbaues heraus, welche die Tiefe seinesGeistes beurkunden. 176Z machte er eine Reise nach Veltelin undClävsn und wurde Mitglied einer Gesellschaft zur Berichtigungder Grenzen zwischen Mailand und der Republik. Im Decemberdesselben Jahres ging er nach Leipzig, und, nachdem er hier sei»treues Organon herausgegeben hatte, im Februar »764 nach Ber-lin. Hier lernte ihn Friedrich II. kennen, welcher ihn mit einemansehnlichen Gehalte zum Oberüaurath und zu einem Mitgliededer Akademie der Wissenschaften machte? Lambert starb auch da-selbst den 25. Sept. 1777, und der König ließ sich bei seinem Todegar deutlich merken , wie sehr er den Verlust eines Mannes be-Laure, welcher von früh S Uhr bis um Mitternacht unermüdet ge-wesen sey. Lambert war ein Mann von aufrichtigem, redlichemHerzen, frei von allem ungeraden Wesen, so wie von allen falsche» >Wegen fern, in einem hohen Grade mitleidig, theilnehmend, wohl- Ithätig und friedliebend, und von einer unstörbaren Ruhe des Ge- !müths und des Gewissens. Es ist fürwahr ein eben so schönerals seltener Genuß, mit diesen Eigenschaften das ausgezeichnetsteGenie seiner-Zeit verbunden zu sehen. Denn, hatte er auch in ei-nigen Wissenschaften nur mittelmäßige Kenntnisse, so war er i»der Mathematik, in der Logik und Metaphysik damals der größteAnalytiker, und unterstützte seine Talente mit einem bewunderns-würdigen Fleiße. bl. I-.

Lamoignon-Malesherbes (Chrätien - Guillaume) rwardam 16. December 1721 zu Paris geboren, wo sein Vater, Guil-lanme de Lamoignon, Kanzler von Frankreich war. Nach vollen-deten Studien, die von einer sehr sorgfältigen Erziehung im väter-lichen Hause unterstützt waren, widmete er sich der praktisch?"Rechtswissenschaft, ward darauf Substitut des General-Procura-tors, dann Parlementsrath nnd endlich im I. 1760 erster Präsi-dent bei der ersten Steuerkammer (a lu aour äas uickes). In denfünf und zwanzig Jahren, wahrend welcher er diese letzte Stellebekleidete, widersetzte er sich mit Muth sowol dem Uebermaße un-heilbringender Auflagen, als auch der Raubgier der Generalpach-ter. Eine Menge Uisaonrs (Reden) und Hsinontranoes (Erinne-rungen), welche er während dieses langen Kampfes gegen den Des-potismus verfertigte, sind, als Meisterstücke von Abhandlungenüber die Finanzverwaltung, 1779 gedruckt worden. In diesen Wer-ken verbreitete er sich auch über den Mißbrauch der sogenanntenLkttres äe aualret (Verhaftsbefehle). AIs imApril i77i die obersteSteuerkammer aufgehoben wurde, zog sich Lamoignon auf