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Fünfter Band. Von I bis L.
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Lamoignon Lamothe zzy

Landgüter zurück, wo er durch Unterricht und Wohlthun der Be-glücker seiner Unterthanen wurde. Nachdem er im I. 1774 , bei'Wiederherstellung jenes Gerichtshofes, von neuem für einige Zeitan die Spitze der Obersteuer-Kammer getreten war, ward er beider Thronbesteigung Ludwigs XVI., welcher nür von den rechtschaf-fensten Männern seiner Ration umgeben seyn wollte, im I. 1775zum Minister des Innern erwählt. Sdachdem er diese Stelle zumWohl seines Vaterlandes etwa ein Jahr bekleidet hatte, nahm erbei der Entlassung Lürgots aus dem Ministerium Gelegenheit,auch die seinige zu verlangen , und begab sich wiederum auf seineLandgüter, wo er jedoch bald den Entschluß faßte, auf Reisen zugehen,und diesen Entschluß auch sogleich m Ausübung brachte. Nachdem er aufdiese Weise unter erborgtem Namen einen großen Theil Frankreichs,der Schweiz und Hollands durchreist war, und allenthalben überKünste und Industrie die zweckmäßigsten Nachforschungen angestellthatte, kehrte er zu Ansang der Revolution, welche er mit Selbst-gefallen betrachtete, nach Frankreich zurück. Bald aber änderte erseine Meinung, als er die Art und Weise sah, wie diese Revolu-tion von den damaligen Machthabern Frankreichs gehandhabt wurde.Als Ludwig XVI. vor Gericht gestellt werden sollte, erbot sich La-inoignon von selbst, der Vertheidiger desselben zu werden, welchesehrenvollen Amtes er sich auch zur Zufriedenheit aller Parteien ent-ledigte. In Folge der Verbrechen, welche während der Revolutionbegangen wurden, konnte es nicht fehlen, daß auch Lamoignon denVerdacht der Tyrannen erregte: er ward, nebst seiner Tochter undEnkelin, ins Gefängniß geworfen, zum Tode verurtheilt und am42. April 179^ hingerichtet. Sokrates Heiterkeit und Kato's Stand-haftigkeit verließen ihn auch im Tode nicht. Lamoignon ward imI. 1760 zum Mitglied der Akademie, und 1769 der schönen Künsteund Einschriften ( äos belles Isttre« er insoriptions) ernannt.Als Director des Buchhandels wußte er der Presse alle Freiheit zu»erschaffen, welche Weisheit und Ordnungsliebe in einem gut or-ganisirten Senate gestatten dürfen: die größten Anhänger derPreßfreiheit, Rousseau und Voltaire, geben ihm dieß ehrenvolleZeugniß. Die meisten seiner schriftstellerischen Werke sind dem Ak-kerbau und der Naturkunde gewidmet. Außer diesen hat man nochvon ihm: Oeux inernoires rur 1'äis.r civil lies xrorosdnns,i ?85 und 1787 ; und kensäes er Maxirnes, knris, 1 'air 10, in 12.Uebrigens zeichnete.^sich das ganze Leben Samoignon's durch reineMenschenliebe und ungemeines Wohlthun vor allen andern aus.

Lamothe Balois (Gräfin de la), berüchtigte Lheilnehmc-nn an der weltkundigen Halsbandgeschichte, gab sich für einenSprößling aus der Familie der Valois aus, aus welcher sie durch«nen Bastard von Heinrich II. abstammen wollte. Bis zu demAugenblicke, wo sie durch jenen Proceß die Aufmerksamkeit vonganz Europa auf sich zog, hatte sie, trotz ihrer vorgegebenen Ab-runstt in Elend und Verachtung gelebt, ob sie gleich in alle Künste°er Littenlosigkcit und der Intrigue eingeweiht, kein Mittel un-versucht gelassen, sich Ansetzn und Reichthum zu verschaffen. Vonv e,er Seite einem großen Theile des Adels zu Versailles und Pa-annt, setzte sie alle, die von ihren Glücksumständen unter-riqtet waren, in Erstaunen, als sie plötzlich im 1 .1784 einen Auf-fand zu mache« begann, der auf einen ungeheure» Reichthum