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schließen ließ. Kaum hatte man jedoch Zeit gehabt, diese auffallend!Verwandlung ihrer Verworfenheit zuzuschreiben, als ein leisesGemurmel von einer Intrigue ruchtbar wurde, die ganz Europa,Mit Erstaunen erfüllte. Da über diese Begebenheit noch immer-der Schleier des Geheimnisses verbreitet ist, der auch, da alleTheilnehmer an derselben todt sind, wol niemals gelüftet werdendürfte; so wollen wir uns begnügen, den Hergang der Sache, sowie er durch die öffentlichen Verhandlungen zur Kunde des Publi-kums gekommen ist, aufzuzählen, ohne selbst über die eine nochüber die andere Partei irgend ein eigenes Urtheil zu fällen. DerFürst Ludwig von Rohan, Cardinal, Bischofs von Straßburg,Groß-Almosenier und eine der vornehmsten Personen des Reichs, !war, aus nicht hinlänglich bekannten Gründen, in die Ungnade des gHofs verfallen, ohne innere Großherzigkeit zu besitzen, diese Ui>- jgnade ertragen zu können. Die Gräfin de la Mothe, von demBe- >streben des Cardinals, um jeden Preis wieder in Gunst zu kam- gwen, unterrichtrt, hatte dem Cardinal vorgespiegelt, sie wijsc, ^daß die Königin, bei der sie bedeutenden, obgleich zur Zeit noch !geheimen Einfluß habe, einen gewissen kostbaren Halsschmuck, der !ihr zu Kauf angeboten, zu besitzen wünsche, ohne, daß sie jedoch !für den Augenblick im Stande sey, die Kaufsumme aus ihren ei-genen Mitteln zu bestreiten; und darauf dem Cardinal zu verste-hen gegeben, es biete sich ihm jetzt, wenn er jenes Halsband in lseinem Namen kaufen und der Königin abschlägliche Zahlung ge- §statten würde, die beste Gelegenheit dar, die Gunst derselben wie- .der zu erlangen. Der Cardinal war in diese Schlingen gefallen,hatte das Halsband gekauft und ihn der Gräfin de Lamothe M >Einhändigung an die Königin ausgeliefert, wogegen ihm ein von Ider Königin fälschlich unterschriebener Revers, der die Termine der ^Rückzahlung bemerkte, zu dessen Sicherheit übergeben worden war. >Damit uoch nicht zufrieden, hatte die Gräfin, um den Cardinaldesto vollkommener zu täuschen, eine ihrer Creatnren die Königinvorstellen, sie im August 1784 dem Cardinal im Garten von Wen-sailles zu erscheinen, und eine Rose zu dessen Füßen werfen lassen.Der Termin, an welchem der Cardinal das Halsband zu bezah-len versprochen, war erschienen, und er, der einer so großen Sum- >me nicht Meister gewesen, hatte den Juwclierern offenbart, dieKönigin habe ihren Halsband gekauft. Als die Juweliere, nach ^langem Wa-ten, immer noch keine Bezahlung hatten erhalten könn- lten, waren sie unmittelbar an den König gegangen und hatten ,sonnt Veranlassung zur Entdeckung des gespielten Betrugs gege-ben. Durch den Svruch des Parlaments ward der Cardinal allerseiner Würden entsetzt, und die Gräfin de Lamothe, die überwiegenworden, das Halsband untergeschlagen und verkauft zu haben, zv ^Brandmark, Staubbesen und ewigem Gefängnisse verurtheilt. An» ,diesem entkam sie nach einigen Jahren, worauf sie nach Englandentfloh, und dort in Bereinigung mit ihrem Gemahle, der da-selbst das Halsband verkauft hatte, eine Schandschrift gegen denHof von Versailles, besonders gigen die Königin, erscheinen lie?-Dieß die actenmäßige Geschichte des berüchtigten Hatsbandes, depsen Ruchtbarwerdung als die wichtigste Ursache zur Herabwürdi-gung der königlichen Familie und aller daraus erfolgten Ereigmllbetrachtet worden ist. Man hielt dafür, der Köniz habe die gar.,
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