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Landrecht Landschaft 555
mann Fikr von Repgow zusammen, und dieses Werk bildet denersten Theil seines Sachsenspiegels, besten zweiter Theil dassächsische Lehnrccht ist, und der Jahrhunderte lang in den GerichtenNorddcutschlands, Preußens, Polens rc. als Gesetzbuch betrachtetwurde. Ein ungenannter Nachahmer Repgows verfertigte zwischenden Jahren i -63 und e-8- den Schwabenspiegel, dessen er-ster Theil das schwäbische Land recht ist. Außer diesen beidenberühmtesten Privat-Sammlungcn wurden noch auf Befehl einzelnerLrndcssürsten die Gewohnheitsrechte ihrer Länder zusammengetra-gen', namentlich schon im dreizehnten Jahrhundert das österreichi-sche und älteste friesische oder rustringer Landrccht, in demvierzehnten ein anderes altfriesisches Landrecht, das emsigerLandrecht vom Jahre i3>2, die obstalboomschcn Gesetze voniZ-Z, das femarische Landrecht von -Zr 5 , und das bayerischevon 1Z46; im fünfzehnten das nordfriesische von 1406, nnddas ditmarsischc von 1447. In neueren Zeiten hat FriedrichII. seinem neuen Gesetzbuchs den Namen preußisches Land-recht gegeben. ' H. l-.
Landschaft kann man eigentlich nicht jede An- oder Aus-sicht im Freien der Natur nennen, sondern nur dann bezeichnet manTheile der Natur mit dem Namen der Landschaften, wenn sich1) alles Mannichfaltige der Anschauung, ohne irgend einen bewuß-ten Einfluß unserer Dichtungskraft, zu einem harmonischen Total-bilde vereinigt, welches sich als solches jedem Betrachter darbeut,und wenn -) alles Mannichfaltige der Anschauung zusammenwirkt,um in dem Gemüthe des Anschauenden eine gewisse Stimmung zumGedankenspiel, zu Bestrebungen und Gefühlen hervorzubringen. Zu-nächst ist es also ein ästhetischer Charakter, welcher eine Gegendzur Landschaft macht, wodurch dann analoge Gefühle in der Seeledes Betrachters erweckt werden, und diese eine dem Charakter derLandschaft angemessene Stimmung erhält. Die Stoffe, woraus dieseNatarschönhcitcn bestehen, sind: Berge, Seeen, Flüsse, vom Grünentblößte Stellen des Erdbodens, Wald, Felsen, Wasserfalle, Thä-ler, Wiesen. Bei den Bergen kommt ihr Standort, ihr Umriß,die Gegenstände, die seine Oberfläche zieren, seine Tinten, seineBeleuchtung und Schatten in Betrachtung. Der schönste Standortist unstreitig die Ferne, weil nur im Hintergründe ihre verjüngteUncrmeßlichkeit vom Auge gefaßt werden kann, ihre ungeheuernZüge das Ungestaltete verlieren, und ein faßliches, wohl gar sanftesAnschn erhalten. Indeß soll er nicht blos dienen, eine weite Aus-sicht zu schließen, sondern kann unter gewissen Modifikationen schick-lich in dem Mittelgrunde, .ja zum Theil selbst in dem Vorgrundeeine Stelle einnehmen. Ein großer Theil der Charakteristik derBerge hängt von ihren Umrissen ab. Bald thürmen sie sich pira-midcnförmig, bald in abgerissenen Zacken auf, wie die Alpen, baldzeigen sie einen Sattelrücken, bald einen runden, ununterbrochenanschwellenden, bald einen sanft abändernden Umriß, bald steigensie in klumpichten Formen auf, bald laufen sie parallel neben ein-ander hin, und erscheinen so freier oder schwerfälliger, rauher odersanfter, kühner oder gemächlicher, wozu ihre Bloßheit oder Beklei-dung mit Gehölz, Rasen, Haide, Moos von manmchfaltigcn Far-ben, nicht wenig beiträgt. Des Berges Schönheit erwachst größten-theils aus seinen Tinten, deren man zwar von allen Farben sieht,doch find die herrschendsten die gelbe und Purpurfarbe, worein sich