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Fünfter Band. Von I bis L.
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558 Landschaft Landschulen

racci, Nie. u. Casp. Poussin, Viola, Franc. Gri-maldi und Salvator Rosa traten, bildete den großen Styl,und richtete ihre Aufmerksamkeit mehr auf die Komposition, altdie Ausführung, mehr auf das Ganze, als das Einzelne, mehr aufdas Große, Ernste, Bedeutende. Die andere Schule, von dem Nie-derländer Paul Brill in Italien gebildet, und welcher Brcu-ghcl, Agostins Tassi, Elaude Gelöe, Swanevelt,Both u. a. angehören, richtete ihr Studium besonders aus dasMannichfaltigs der einzelnen Gegenstände in ihren Formen und Far-ben, auf'wahre Localtöne, auf Wirkungen des Lichts und der Lustin den verschiedenen Tageszeiten, auf Haltung, Harmonie und sorg-fältige Ausführung, strebte mehr nach Schönheit, Anmuth undReiz, als nach Bedeutsamkeit und Größe. Unter den neueren Künst-lern wandelten auf eigenen Wegen Hackcrt, Dietrich, Me-chau, Reinhart, Boguet, Heß,Fridrich. Was nunaber auf allen diesen Wegen die Kunst von der Natur gewonnenhatte, das suchte eine andere Kunst der Natur zurückzugeben, dieGartenkunst nämlich. Unter mehreren brittischen Gartcn-Ae-sthetikern hat sich vornehmlich der Domherr und Prediger Wilh.Gilpin durch mehrere Schriften über malerische Ratur-schönhsit hierum ein bedeutendes Verdienst erworben, indem ersowol das Pittoreske, als das Aesthetische der Landschaftmalereiauf die wirkliche Landschaft übertrug, sey es, um die vorhandeneNatur durch Anwendung der Kunst zu verschönern, oder bei Kunst-anlagen eine ideale Schöpfung darzustellen, welche Natur scheine.Das Höchste der Gartenkunst konnte gewiß nur auf diesem Weg«erreicht werden, denn so erhielt man nicht blos Schönheit im Ein-zelnen, sondern Einheit des Mannichfaltigen, Harmonie der Theile,Ausammenstimmung zum Ganzen, mochte dieses nun für den blei-benden Gesichtspunct des Anschauenden, oder für auf einander fol-gende Gesichtspuncte des wandelnden Betrachters dargestellt seyn.Was die Natur angedeutet hatte, vollendete die Kunst, denn jedeKunstlandschaft ist nur dann wahrhaft was sie seyn soll, wenn siedurch ästhetischen Charakter eine ästhetische Stimmung hervorbringt.Der Kartenkünstler hat sich demnach bei der Anlegung seines Pla-nes dahin zu bestreben, alle Theile seines Ganzen so zu ordnen,daß er nicht blos viele wohlgefällige malerische Aspekten gebe, son-derst daß alle Theile in ihre« Aufeinanderfolge sich in seiner Phan-tasie so aneinander reihen, daß dadurch, wenn auch nicht ei» Total-bild, doch ein Gesammteindruck hervorgebracht werde, welcher dasGemüth in eine harmonische Stimmung versetzt. Hat der Lans-schaftmaler bei seiner Darstellung eine größere, freiere Wahl und,wenigstens in den meisten Fällen, den Borzug der Gesamnttansichrvor dem Gartenkünstler voraus, so wird dieser jenen wiederumdurch das seine Darstellung durchwehende und durchdringende Leben,den stillen aber mächtig wirkenden Beistand der Natur, übertreffen.Der Gartcnkünstler bewirkt, daß die Natur selbst uns als vonschöpferischer Phantasie beseelt begegne, daß sie, indem er ^"Mo-tiven verständlicher ausfpricht, in die Wirklichkeit eine ideale Schöp-fung gesetzt zu haben scheine. Daß dieß des Kartenkünstlers T.r>-umph sey, springt in die Augen; nur als Schüler des Landschaft-malers aber konnte er diesen Triumph vereinigen. ua.

Landschulen sind zu unterscheiden von L and es schul emUnter diesen versteht man Unterrichtsanstalten, welche die Reg: