Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Landschulen

die sogenannten Seminarien, entstanden in mehreren Staate,Deutschlands, so wie in Holland, Dänemark und Schweden, undvon jedem Fortschritte der Pädagogik konnten nun die Früchte durchbesser gebildete Lehrer auch der Jugend auf dem Sande zu Statte,kommen. Seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts istdie Reform der Landschulen immer mehr ein Gegenstand öffentlicherVerhandlungen in Zeitschriften und auf ständischen Landtagen ge-worden; auch die Regierungen, welche an der alten Maxime de«Despotismus, den Sandmann in seiner Roheit zu lassen, noch amlängsten hingen, oder den Einfluß der Volksbildung auf das Wohldes Staats überhaupt ganz übersehen hatten, mußten endlich libe-ralere Gesinnungen annehmen, und es giebt jetzt in Deutschlandkeine Gegend, in der nicht neuerdings etwas für diese wichtige An-gelegenheit gethan worden wäre. Der Norden ist dabei dem Gädcnvon Europa weit vorausgeeilt, und Cüvier und Noel mußten in ih-rem Berichte über die Revision des öffentlichen Unterrichts in denrgiv und istrr mit Frankreich vereinigten Provinzen, selbst den hol,ländischen und niederdeutschen Dorfschulen die Ehre des Verzag«vor den französischen zugestehen. Denn diese letzteren, die sogenann-ten Primärschulen in Frankreich, sind während der Revolution unddurch die Sccularisation aller kirchlichen Fonds, an den meisten Or-ten eingegangen, und die kaiserliche Universität, von der sie abhän-gig gemacht wurden, hat sie bei weitem nicht an allen Orten wie-der herstellen können, so daß es noch jetzt eine Menge nicht unbe-deutender Landgemeinden in Frankreich giebt, wo die Jugend ent-weder gar nicht unterrichtet, oder umhcrwandernden Schulmeistern,die die Eltern auf eine Zeit lang dingen, preisgegeben wird. Frei-lich blieb auch in Deutschland noch mancher zweckmäßige Borschlagin Ansehung der Dorfschulen aus Mangel an Fonds und gutemWillen unausgeführt, und mancher hindernde Uebelstand beim Alten.Die den Grundherr«:» zu leistenden Frohn- oder Hofedicnste der El-tern sind, wo sie noch bestehen, eine Ursache häufiger Schulversäuni-Nisse ihrer Kinder, die Armen werden im Winter durch -Blöße, undim Sommer durch allzufrüh« Anstrengung zum Broterwerb, von derSchule abgehalten, denn Industrieschulen, wo den Schülern nachdem Unterrichte zugleich Gelegenheit zu einigem Erwerb gegebenwird, wurden noch an wenigen Orten versucht. Ueberdicß find duSchulmeister immer noch durch Ueberladung mit fremdartigen Ne-benämtern in der Verwaltung ihres Hauptberufs gestört, und selb!!diejenigen, welche wirklich das Bessere kennen und anwenden wel-len, müssen sich oft in ihrem Streben durch eigensinnige Vorgesetzteund unempfängliche Gemeinden gehindert sehen. Nirgend indeßsind Verbesserungen schwerer und langsamer ins Werk zu setzen, al«in dem wetten und erst seit einigen Jahrzchnden urbar gewordene»Gebiete des Landschulwesens, und da durch die Einrichtung guterSeminarien schon viel zur Bildung geschickter Lehrer geleistet wird,muß man sich mit dem, was die Regierungen zur Reform der Schu-len selbst, und zur Verbesserung der Lehrergehaltc in der Noth dergegenwärtigen Zeiten gethan haben und noch thun, zufriedenstellen,und von den bevorstehenden Jahren des Friedens hoffen, daß eines« wichtige Nationalangclegenyeit immer eifrigere Beförderer stndenwerde. Zweckmäßige Methoden und Lehrmittel zu den dem Lano-manne nothwendigen Kenntnissen und Fertigkeiten, müssen dabei na«?den bisher von deZ Nachtheilen der Viel- und Halbwissen! genE