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suchten, daß sie die Regierungsbehörden, von deren Wirksamkeitdie Behauptung der Landeshoheit abhing, vollkommen organisierten, und dadurch ein Gegengewicht jener Anmaßungen bewirkte»,Auf diesem Wege haben die Geheimeraths-, Cammer -, Kriegs-und Finanz-Kollegien ihre Ausbildung erhalten. In wiefern nundadurch die landesherrliche Macht mehr und mehr freien Spiel-raum gewann, in iofern gewann auch der bis jetzt leibeigeneBauer an Freiheit, Wohlstand und froherem Lebensgenüsse. Den»die fürstlichen Räthe waren klug genug, ihren Herren klar z»machen, daß, je mehr der Bauer der Plackereien und der geschla-fen Willkühr der Gutsherren entzogen werde, um lo mehr könn«er auch zu den allgemeinen Staatsbedürfnissen beitragen, undeben dadurch dem Landesherrn ctn mächtiges Uebergenncht gege»die beiden ersten Stände verschaffen. Wo der Landesherr dießbegriffen hatte, und durch fortdauernde Geldnoth nicht von de»Ständen abhängig blieb, wurde überall das Schicksal des Bauern-standes erleichtert und die Leibeigenschaft allmählig abgeschafft.Wo das Gegentheil Statt fand, oder wo die.Stande (besondersder AdeN dominirtcn, da gelangte der Bauer zu keinem festenEigenthums, nicht einmal zur persönlichen Freiheit. Man ver-gleiche nur Mecklenburg mit Braunschweig, oder Chursachsen mitden benachbarten preußischen Provinzen u. s. f., so wird dieserBehauptung Wahrheit durch unleugbare Thatsachen genugsam er-härtet seyn! Das Aufstreben der deutschen Fürsten zur vollende-ten Souveränität, wobei jedoch wegen der Reichsgerichte keinevöllig gesetzlose Willkühr Statt finden konnte, hat nirgend derVerbesserung des Zustandes der Bürger und Bauern so vieleHindernisse in den Weg gelegt, als die selbstsüchtige Politik derbeiden ersten Stände. Nirgend ist (man denke nur an den letz-ten und vorletzten Landtag in Sachsen!) eine gerechte und gleich-förmige Besteurung aller Wolksclassen langer aufgehalten^ wor-den, als wo die privilegirten Stande, sey es wegen der Nothoder wegen der Gutmüthiakeit des Landesherrn, die Gewalt be-hielten , darüber eine entscheidende Stimme abzugeben. Nirgendhaben verbesserte Schul- und Erziehungsanstalten fürs Volk gli-tzere Hindernisse gesunden, als wo die Stände bei dergleichen Ent-würfen mit einreden durften. Man denke nur an die ärgerli-chen Streithändcl im Herzogthume Braunschweig bei Gelegenheitder projectirten Einführung einer zweckmäßigen Liturgie und ei-nes allgemeinen Schulcollegiums! Der Rsprit ckn aorps (mandarf dieß nicht durch Gemcingeist übersetzen) hat aller Orten un-sere Landstände geleitet, und so lag es auch in dem Gange derEntstehung und Ausbildung dieses altdeutschen Instituts. Bonder Wiedereinsetzung der Landstände nach alter Form darf alsokein unbefangener -Forscher vaterländischer Geschichte Heilung dertiefen Wunden, welche ein verruchter Feind uns schlug, erwarten.Sie waren nie wahre Repräsentanten der Nation, und konnte"es auch in ihrer Zusammensetzung nicht seyn. Sie waren, sobaldder Fürst und seine Räthe nur Energie, Gewandtheit und Klug-heit genug besaßen, nicht einmal kräftige Bollwerke willkührlicherGewalt. Sie mußten mit der Zeit (wäre Deutschland auch nichtin Frankreichs Fesseln gerathen) eben so gut ein bloßer PopEwerden, als die westpälischcn Reichsstände es geworden waren. Einewahre, auf Intelligenz, Batcrlandssinn und Grundeigenthum g>-