Lannes Laokoon 57z
wurde Lannes im Rov. 1801 als Gesandter nach Lissabon geschickt,kehrte jedoch i8«2 bei dem Wiederausbruche des Krieges gegen Oe-sierreich und Rußland auf den Kriegsschauplatz zurück, nachdemer bereits in Lissabon zum Marschall des Reichs, Großkreuz undEbef der neunten Cohorte der Ehrenlegion ernannt worden war.In der Schlacht bei Austerlitz am 2.' Dec. i8c>5 erhielt er denOberbefehl über den linken Flügel und alle seine Angriffe warensiegreich. Der französisch-preußische Krieg eröffnete dem MarschallLannes im Herbst 1806 ein neues Feld rühmlicher Thätigkeit. Erwar es, der in Bereinigung mit Augereau am 10. Oct. bei Saal-feld durch Vernichtung des linken preußischen Flügels unter demPrinzen rouis Ferdinand von Preußen den ersten Grund zu demMißglücke der preußischen Waffen legte. In der Schlacht bei Jenaam 14. Oct. befand er sich mit seinem Corps im Centrum des fran-zösischen Heers, und hier war es, wo der schnell begonnene Kampfauch zu einem schnellen Siege führte. Er ließ darauf am 2g. Oct.Epandau capituliren, lieferte ein hitziges Treffen bei Pultusk ge-gen die Russen und commandirtc in der Schlacht bei Friedland dasCentrum der Armee. Als Herzog von Montebello, zu welchem erbald hierauf erhoben ward, eroberte er das sich mit Verzweiflungvertheidigende Saragossa durch unterirdische Minen am 21. Febr.180g. Bon Spanien aus folgte er dem Kaiser Napoleon nachDeutschland, stürmte am 28. April Regensburg und erreichte end-lich in der Schlacht von Esslingen das Ziel seines thatcnreichenLebens, wo ihm eine Kanonenkugel ein Bein fortriß. Er wardnur Z7 Jahr alt und hatte zu vierzehn verschiedenen Malen bedeu-tende Verwundungen erhalten, an deren letzter» und gefährlichstener sein Leben verlor.
Laokoon, ein Priester Neptuns zu Troja, war nach demAbzüge der Griechen so eben damit beschäfftigt, auf einem amMeere errichteten Altare dem Neptun einen Stier zu opfern, alsauf einmal von der Insel Lenedos her zwei ungeheure Schlangenüber das Meer geschwommen kamen und sich gegen den Opseraltarhinwälzten. Die erschrockenen Zuschauer fliehen, Laokoon und seineSöhne werden ihr Opfer. Zuerst werden die letzter» von ihnenumschlungen und sie versetzen dem jüngsten tödtliche Bisse; dannergreifen sie auch den Vater, der seinen Kindern mit einem Pfeilezu Hülfe eilen will, umschlingen mehreremale seinen Körper undstrecken ihre Köpfe hoch über das Haupt des Unglücklichen empor.Er bemüht sich die Schlangen von sich abzureißen, und stößt vorSchmerz das schrecklichste Geschrei aus. Nun entfliehen die beidenSchlangen und eilen zum Tempel der Pallas, wo sie sich zü denFüßen der Göttin lagern und sich unter ihrem Schilde verstecke».Das ganze Volk fühlt jetzt nicht Mitleiden, sondern Abscheu gegenden Unglücklichen, weil Laokoon früher ihr Heiligthum, das höl-zerne Bild entehrt und es mit einem Speere durchbohrt habe.Dieß die Geschichte des Laokoon, wie sie uns von Virgil erzähltwird. Andere Schriftsteller erzählen sie auf eine von dieser ver-schiedenen Weise, obgleich in der Hauptsache übereinstimmend. Siehat zu einem Werke der bildenden Kunst Veranlassung gegeben,welches uns noch aus dem Alterthum übrig ist. Dieß ist die be-rühmte Gruppe des Laokoon, welche im Jahre i5c>6 beim-cachgraben in einem Weingarten gefunden »nd dem Papste Ju-"us kl. für eine jährliche Pension überlassen wurde, der sie darauf