Z76 Laokoon Lapis Lazuli
fertigt wurde dieses Werk, wie mau nach dem Plinius annimmt,aus einem einzigen Steine von den Bildhauern Agesander,Polydorus,und Athenodorus, alle drei aus Rhodus gebär-tig, von denen die beiden Letzter» wahrscheinlich die Söhne des El-stern gewesen find. Ueber das Zeitalter, worin das Werk verfer-tigt worden, ist bisher noch ein Zweifel gewesen: Mouffei setzt siein die achtundachtzigste Olympiade, oder in die ersten Jahre despoloponcsischen Krieges; Winkelmann in das Zeitalter Lysipps undAlexanders, und Leffing macht es wahrscheinlich, daß jene dreiKünstler unter den ersten Kaisern gelebt haben. Aber man mußbillig sogar zweifeln, ob die Statue, von der Plinius mit so en-thusiastischem Lobe spricht, eine und eben dieselbe mit derjenigensey, welche wir jetzt besitzen. Plinius sagt von der seinigen, daßsie aus einem einzigen Stücke gearbeitet gewesen; die unsrige hin-gegen ist, nach der Bemerkung verständiger Beobachter, aus meh-rern Blöcken zusammengesetzt, obgleich die Fugen sehr künstlich ver-steckt sind. Man kann dieß freilich auch so erklären, daß die Fu-gen, da zu Plinius Zeiten die Gruppe noch gar nichts gelittenhatte, so künstlich versteckt und verkleidet seyn konnten, daß auchder geübteste Beobachter glauben mußte, sie sey aus einem einzigenSteine verfertigt gewesen. Sind doch selbst jetzt noch die Fugennur dem geübten Auge sichtbar. Ein anderer, weit wichtigererGrund gegen die Meinung, daß Plinius Laokoon und der unsrigeein und dasselbe Werk sey, ist jedoch, daß man/verschiedenen Nach-richten zufolge, Bruchstücke von einem andern Laokoon gefundenhat, der ebenfalls in Rom gewesen seyn muß. Da aber dieseBruchstücke jetzt gänzlich verschwunden sind, so läßt sich darausweder für noch gegen jene Meinung etwas herleiten. Man hat»om Laokoon verschiedene Copieen neuerer Künstler, unter anderneine von Bacio Bandinelli um igaS, die zu Florenz in der medi-ceischen Gallerie ausgestellt ist; ferner eine andere von Bronze ge-gossen nach einem Modell von Jacopo Tatti oder Sansuvino, derebenfalls im Anfange des ibten Jahrhunderts lebte. Diese Copiekam nach Frankreich. Die Gruppe des Laokoon selbst steht auf ei-nem ungefähr mannshohen Piedestal. Diese Aufstellung scheint zuniedrig zu seyn, da die Hauptfigur über Lebensgröße hat. Wahr-scheinlich hatte dieses Werk ehemals eine höhere und vortheilhaftereStellung.
Laperouse s. Perouse.
Lapidarschrift ist eine solche, welche gewöhnlich auf stei-nernen Denkmählern gebraucht wird, Da nun diese Schrift, we-gen der Beschränktheit des Raumes, immer sehr kurz und beschränktseyn muß; so ist darum auch der sogenannte tzapidarstyl alsein Muster von bündiger Schreibart betrachtet worden.
Lapis Lazuli (Lasurstein) wird gewöhnlich zu demKieseigeschlccht gerechnet. Sein deutscher Name ist persisch und be-deutet blau. Er ist von schöner himmelblauer Farbe, welche vrnden, ihm beigemischten Eisentheilen herrührt; ist durchsichtig; aufdem Bruche matt und fast erdig, und mit Puncten von Schwefel-kies versehen. Er ist stets ungefsrmt und enthalt Kieselerde (vondieser am meisten), Thonerde, kohlensaure und schwefelsaure Kaik-erde oder Gyps, Wasser und Eisenkalk. Er bricht im südlichenSibirien am mittäglichen Ende des Baikal, und in der Bucham;auch in China, Tibet, Persien und Ratolien. Wahrscheinlich >st»