^ Law Lazzaroni 6ir
! die Aktien -ies«r Gesellschaft und dieser Bank zu kaufen. Das
> Geld, welches vorher mißtrauisch in Kasten verschlossen wordenwar, kam reichlich in Umlauf. Nachdem die Bank selbst noch un-
> gemein erweitert worden war, fingen endlich die Aktien derselbenan, im Jahre 1719, den ganzen Werth alles im Königreiche sichbefindenden Geldes um das achtzigfache zu übersteigen. Wahrenddieß vorging, war Law 1720 zum Finanzminister erhoben, vomProtestanten zum Katholiken, vom Abentheurer zum Herrn derschönsten Besitzungen und vom Banquier zum Staatsminister ge-worden. Um das baare Geld gegen die Aktien herabzusetzen, hatteman die Mark Silber und Gold anfangs zu einem ungeheuernPreise ausgemünzt, setzte sie aber nach und nach sehr herunter, daßdas Publikum, welches einen noch größern Verlust am baarenGelde befürchtete, dieses mit der größten Begierde zur Bank brach-te und gegen Papiergeld auswechselte. Nachdem nun aber dieBank, trotz dieser betrügerischen Speculationen, nicht immer imStande war, seine Billets zu zahlen, suchte sich Law anfangs da-mit zu retten, daß er ein Gesetz ergehen ließ, vermöge welches eSjedermann bei Strafe der Confiscation untersagt war, mehr wieSvo Livres baares Geld in seinem Hause zu haben. Da diese Maß-regel dennoch zu nichts geholfen hatte, wurden die Aktien auf dieHälfte ihres wahren Werths heruntergesetzt. Nun wurden der Na-tion auf einmal die Augen geöffnet: man sah den allgemeinen Ruinerklärt voraus und das Murren ward allgemein. Die Regierungließ, durch die allgemeine Stimme in Furcht und Ungewißheit,
. Beschlüsse über Beschlüsse ergehen, hob das Verbot, baares Geld
^ bei sich zu haben, wieder auf, erlaubte dergleichen aus dem Aus-
lande einzuführen, und konnte dennoch dem allgemeinen Mißtrauenund der gränzenlosen Verwirrung nicht vorbeugen. Das Volk,welches weder Geld, noch baares Geld hatte, stürzte wie wüthendzur Bank, um seine Billets einzulösen. Das Drängen der Mengewar so gewaltsam, daß mehrere Menschen ihr Leben dabei verloren.Endlich sah sich Law, mit dem öffentlichen Fluche belastet, in dieNothwendigkeit versetzt, zu entfliehen, um scan Leben vor derWuth des Volks in Sicherheit zu bringen. Nachdem er Deutsch-land, Holland, England und Dänemark durchstreift hatte, begaber sich nach Venedig, wo er, noch immer mit chimärischen Hirnge-spinsten und ungeheuern Grübeleien beschafftigt, im Jahre 172gstarb. .Obgleich seine Reichthümer in Frankreich unermeßlich gewe-sen waren; so verspielte er dennoch in der Folge sein ganzes Ver-mögen und starb fast in Dürftigkeit.
Lazarus ist der Name theils eines aus der h. Geschichte be-kannten Mannes, theils eines Mönchs des neunten Jahrhunderts,dessen Gedächtniß den 20. Febr. darum von der römischen Kirchegefeiert wird, weil er sich weder durch die Drohungen noch durchdie Mißhandlungen des Kaisers Lheophilus zu Constantinvpelabhalten ließ, Bilder der Heiligen zu malen. N.
Lazaristen oder Vater des h. LazaruS waren eine Congre-gation regulärer Geistlichen, welche im i7tcn Jahrhunderte inFrankreich entstand. iöl.
Lazur s. Lapis Lazutt.
Lazzar 0 ni. Au Neapel allein findet sich bisher die merkwür-dige Menschenclaffe, die unter dem Namen der Lazzaroni bekanntrst. Man rechnete die Zahl dieser Menschen unter der alten Re-