Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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6k!» Lazzaroni Leben

sierung auf etwa 4000c, Individuen, sämmtlich ohne Stand, ohneWeschäfftigung, ohne Haue und Heimath und ohne bestimmten Un-terhalt, von denen der größte Theil das ganze Jahr hindurch, inäußerster Dürftigkeit, Tag und Nacht sein Leben auf der Straßeund den öffentlichen Plätzen der Stadt zubrachte. Die große Frucht-barkeit des Landes, die den Unterhalt eines Menschen so sehr er-leichtert, die außerordentliche Mäßigkeit seiner Bewohner, das heißeClima und der daher entstehende Hang zur Trägheit haben diesersonderbaren Menschenclasse ihre Entstehung gegeben, die allerdingsan einer gewissen Verbindung unter einander stand, und dennoch,was gewiß äußerst auffallend erscheinen muß, der Ruhe und Ssicherheit der Stadt keineswegs gefährlich wurde. In ihrer Lebens-art sind die Lazzaroni äußerst mäßig, so wie im höchsten Gradegenügsam in ihrem Anzüge; das Clima machte das Bedürfnißnach Nahrung und Bekleidung weniger fühlbar und läßt es leich-ter befriedigen; nur die höchste Noth vermag die Lazzaroni zurArbeit zu treiben. Das Wenige, was ihnen zu ihrem Unterhalteunentbehrlich ist, finden sie leicht auf mannichfaltige Art, als Bo-ten, Träger und Laglöhner. Allein nichts konnte sie ehemals be-wegen, durch angestrengte Arbeit mehr zu verdienen, als ihre ge-tiügsame Lebensart erforderte. Dabei waren sie zugleich, trotz ih-wer großen Anzahl, die sie so leicht zur Insolenz hätte verleiten-können, höchst gutmüthig und friedfertig und ertrugen geduldigBeleidigungen und Neckereien des übrigen Pöbels, was freilichauch wol das einzige Mittel war, damit der Staat überhaupt dieExistenz einer solchen Corporation dulden konnte. Allein zu Nea-pel fand sich von jeher diese Meoschenclasse; dort allein findet sichAlleS, was eine solche Lebensart überhaupt möglich macht, daherentfernte sich auch nie ein Lazzaroni ohne die höchste Noth ausbieser Stadt. Erst in den letztern Zeiten hat auch bei diesen Na-turmenschen eine Art von Luxus einzureihen angefangen und auchbei ihnen ist Geschmack für Eigenthum und größeres Wohllebenentstanden. Nach neuern Berichten sangen sie an, sich allmähligan fleißigeres Arbeiten zu gewöhnen, um einen festen Wohnort zuerhalten und sich an Sonn- und Festtagen in seidenen und sam-metnen Fcierkleidern zeigen zu können. Auch hat in den neuestenZeiten die französische Polizei, welche Neapel erhalten, nicht we-nig zur Verminderung dieser Menschenclasse beigetragen. 6. 2.

Lazzi (ital. lareo, larri), bedeutet bei den Italienern mei-stentheils das stuynne Spiel, mit welchem die komischen Personen,während sie selbst nichts zu reden haben, die ernsthaften Scenenauszufüllen pflegen, wodurch freilich nicht selten die Aufmerksam-keit auf den Gang des Stücks unterbrochen wind. Besonders er-lauben sich die italienischen Komiker diese Lazzi während der Bra-vourArie, die dergleichen, da das Publikum bei diesen nur zuhören braucht, auch recht wol gestatten. Die Benennung kommtnicht, wie einige glauben, von laaerara (zerreissen), sondern vonsarro (herbe, scharf, Leistend) her, weil durch die Lazzi die Scenegleichsam erst schmackhaft gemacht wird.

Leander, s. Hers.

Leben (das), offenbart sich uns durch Daseyn und Thätigkeit,«s setzt also einen Körper und das Vermögen desselben, aus eig-nem Antriebe Bewegungen vorzunehmen, voraus. Der Anblick ei-ner Figur bekehrt uns von ihrem Daseyn; aber dann erst, tvenir