Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Leipzig 641

ist ohne Zweifel die auf einem so kleinen Raum (denn Leipzig istnichts weniger als groß) zusammengedrängte Menschenzahl, die über-ließ in den beiden Messen ungeheuer vermehrt wird; in dieser Rück-sicht wäre es vielleicht gut, nach und nach eine Art von Neustadtanzulegen. Eine andere mit der ersten zum Theil zusammenhängendeUrsache, die ungesunde Lage, ist seit mehreren Jahren durch die vor-trefflichen englischen Anlagen sehr vermindert worden, welche, so wiemehrere Verschönerungen und Verbesserungen, Leipzig dem Bürger-meister G. K. R. Müller, welcher am -z. Febr. rgoi verstorben,verdankt, und wodurch die Luft ungemein verbessert worden ist.Uebrigens zeichnet sich Leipzig vor vielen volkreichen Städten durch^ eine gewisse unverkennbare Wohlhabenheit aus, die sich über alleStände verbreitet, wozu außer der eignen Industrie der Einwohner,

1 »orzügli-h der Handel und die Messen beitragen. Nur den leipziger> Luven würde der Verfasser Hamburgs Armenanstalten wünschen,welche sich von den gewöhnlichen Anstalten dieser Art dadurch un-terscheiden, daß diese die Armen zwar zu Tode füttern, jene hinge-gen unmittelbar auf die Vertilgung der Armuth und die Veredlung .der Armen zu thätigen Menschen hinarbeiten. Unter Leipzigs ge-meinnützigen Anstalten zeichne ich hier blos die Aeichnungs-, Ma-lerei-. und Architectur-Äkademie, das Taubstummen Institut, die Bür-gerschule und die Sternwarte aus. Das schöne winklerfche Gemählde-Cabinet ist jetzt einzeln verkauft. Unter den öffentlichen Gebäudenund Anstalten können noch genannt werden: der schöne Concert- undBall-Saal ?beide mit Gemählden von Oesers Meisterhand geziert)im Gewandhause; sowohl die ebendaselbst befindliche sehr schöne undreichlich ausgestattete Raths-, als im sogenannten Paulinum befind-j liche Univerfltäts - Bibliothek; ferner die vielen neuerlich so schönaufgeführten Gebäude, worunter das jetzige Universitats - Gebäudeeinen sehr ausgezeichneten Platz behauptet; auch unter den Schul-«nstaltcn, die so löbliche Freischule (seit rygr gestiftet); dann dasseit 1797 so zweckmäßig eingerichtete Lazareth oder Jakobsspital,mit welchem zugleich ein klinisches Institut verbunden ist; die durchsogenannte Reverberes vervollkommnete Beleuchtung der Stadt, nichtminder die vielfachen hier befindlichen Manufakturen und Fabriken,unter denen die schon von Alters her so berühmte breitkopfischc, jetztbreitkops-härtelsche, Buch- und Musikhandlang durch die wichtigstenSchriftgießereien, durch Buch-, Noten , Kupfer- und Steindruck,nicht minder durch eine neuerlich angelegte vorzügliche Jnstrumen-ten-Fabrik; ingleichen die rostische Kunstmanufaktur, sich rühmlichstauszeichnen; endlich das physikalische Magazin des M. Tauber.

Leipzig (Schlacht bei). Um das anmuthlge heitere Leipzigbreitet sich nach Mitternacht, Morgen und Mittag mit sanften Ab-hängen eine weite Ebene aus, übersäet mit fröhlichen Dörfern undvon der Luppe, Parthe, Elster und Gleiste in vielen Windungendurchfloffen. Auf dieser Ebene ist zweimal Deutschlands Schicksalftr lange Jahre hin, nämlich durch Gustav Adolphs herrlichenSieg über Lilly am 7. Gept. >6Zi, und durch den noch herrlichernsoieg der erhabenen Helden unserer Zeit, über Napoleon Bonaparte""7 feine Rauvgenoffen, am 16. rg. und ig. Lctoher igiZ, ent-schieden worden. Unweit dieses denkwürdigen Schlachtfeldes bietetsich in den Ebenen und Umgebungen von Lützen ein anderes, fast«den so berühmtes W-nfeld dar, wo Gustav Adolph mit seinemTode den großen Sieg über den furchtbaren Wallenstoin amS»'w. kex. (K. A»fl.) V. 41