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Leipzig 645
nun Trüffel zu« Unterstützung der bedrängten Schotten, und Teuf-st! stürzte, von einer Musketenkugcl getroffen, todt zu Boden.Da sprengte der König zu Kollenbachs Hausen und rief eifrig:„Kollenbach brich ein! in Gottes Namen brich ein!" Kollenbachdrang vor; auch er ward im ersten Fsuer niedergestreckt, — Runrasets hier der Kampf fort, während er heftiger noch zwischenHorn und Lilly selbst entbrannt war. Aber Horn hielt aus, unddie schottischen Regimenter machten zum Erstaunen Tillys, stattdes damals gewöhnlichen Gliederfeuers, ein regelmäßiges Rotten-feuer. So ward Lilly aufgehalten, während Banner die fliehen-de» Pappenheimer azif der Straße nach Halle mit vier starken Ge-schwadern verfolgte. Roch hatten der größte Theil des schwedischenFußvolks im Mittelpunkte der Schlachtordnung, wie auch die ihmgegenüber stehenden Wallonen, der Kern des kaiserl. Heers, amGefechte weiter keinen Antheil genommen, als daß sie sich gegen-seitig aus dem schweren Geschütz beschossen. Sobald indessen derKönig von Pappenheims gänzlichem Rückzüge sichere Nachricht er-hielt, eilte er mit der Reiterei des rechten Flügels, denen Todtmii zwei starken Haufen Fußvolk folgte , die vorliegende Anhöhehinauf, griff die große kaiserl. Batterie an, eroberte die Feuer-schlünde, und ließ solche sogleich auf die noch mitHorn im Gefechtebegriffenen Massen richten. Dieß entschied den Sieg, und obwohlTilly's Gegenwart die weichenden Haufen zu neuen Anstrengungenbefeuerte, geriethen sie doch endlich in Unordnung und begannenden Rückzug nach Leipzig. Nur fünf Regimenter Wallonen schlos-st» sich, ohne von einem höhern Befehlshaber geführt zu werden,eng zusammen,, und stellten sich, am Rande eines hinter ihnen lie-gende» Busches, wo sie alle Angriffe der Schweden mit dem Mutheder Verzweiflung abschlugen. Reihenweise schmetterte das schwe-dische Geschütz sie nieder, aber keiner verlangte Quartier. Derverwundete Lilly vergoß Thränen in der Mitte dieser Tapfern,deren Leiber für ihn ein undurchdringliches Bollwerk wurden.Endlich, da alle Hoffnungen des glückliche» Erfolgs verschwundenund die Wallonen bis aus 600 Mann niedergeschmettert waren,führte Graf KronenLcrg in ihrer Mitte den schwer verwundetenFeldherrn nach Halle. Die entscheidende Schlacht war um 6 UhrAbends gewonnen, und als Gustav Adolph nun die geschlagenenFeind« »ach allen Seiten hin fliehen sahe, warf er sich demüthignieder unter einem belaubten Baum, laut ausrufend die Blickezmn Himmel gewendet'- ich d-anke dir Gott für deinen— In allen Dörfern erscholl das Sturmgeläute. Vielehundert Kaiserlich« wurden »och von den ergrimmten sächsischen-Lauern erschlagen. Luch Pappenheim, der seine zersprengten Ge-schwader gesammlet und wieder umgekehrt war, des Heeres Ehrezu retten, fand am Abend Alles verloren, mußte umwenden undrief voll Verzweiflung aus: O warum mußte ich den unglücklichen-rag erleben! Es waren gefallen in der Schlacht von den Kaiser-lichen 800c, Mann; 3 oor> geriethen in schwedische Gefangenschaft;27 Feuerschlünde, ioc> Fahnen und Standarten wurden nebst demganzen Tillyschen Lager erobert. Die Schweden zählten gegen 2000,tte Sachsen Zooo Todte. Bon kaiserl. hohen Officieren warenlobt: die Obersten Erwitte und de Grotta, der Freiherr von Schön-varg und der Herzog Adolph von Holstein. Von den Schweden«Ueden Trüffel, Kollenbach, Aderkat und Darnitz auf dem Wahl-