Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Leipzig

Friedrich August absrwurde es versagt, mit den Rettern Deutschlandsjetzt zu reden. — So endete die LeixzigerSchlacht. Gefangen wur-den '43 Generale, unter diesen die vornehmsten: Latour Maubourg,Vial, Rochamveau, Regnier, Lauriston, Prinz Emil von-Hessen,Prinz Adolph Von Wittgenstein, Graf Friedrich von Hochberg,Bertrand, Maudeville, Peri; Roeznikzy, Krosinsky und Mal«?chowsky die Polen. 7 waren getödtet, unter diesen hervorragendPoniatowsky und Dumoustier. Won geringerm Volk wurden 3->,oooim Felde und 23,000 in den Lazaretheu gefangen. An Gewehrendie in Kisten geladen, erbeutete man 3o,ooo, 100,000 fand manauf dem Gchlachlfelde; dazu 3»o Geschütze, und später noch 100die vergraben waren. Das Elend der Besiegten in und um Leip-zig war grenzenlos. Um es mit einem Aug« zu schildern, ist hin-länglich dcrAussage von Augenzeugen zu erwähnen: daß hungerndeFranzosen auf dem Schlachtfelde die Knochen ihrer gefallenen Ca-mwaden benagten. Also hatte Gott der Herr gerichtet! Gestürztden Gewaltigen voin eisernen Throne und seine Gewalt gebrochen,womit er allen Völkern Europens die höchsten, heiligsten Güter:Eyrc, Freiheit, Recht, Sprache, Tugend, Sitten und Vaterlandhatte entreißen wollen. — Das war die Schlacht bei Leipzig amiü. 18. und 19. Oktober vom Jahr iZr3.

Gustav Adolph hatte vor der Beste Jngolstadt die Kundevernommen, daß Wallenstein in Sachsen gebrochen sey und dortalles mit Feuer und Schwerdt verwüste. Dem Beistände seinesbedrängten Bundesgenossen opferte der edle Held jeden Vortheil,und brach unverzüglich aus Bayern mit 27,000 Mann, worunterüber ro,ooo Reiter waren, auf zur Hülfe von Johann Georg,dessen Abfall er fürchten mußte, so nicht bald der wilde Wallen-ftein gebändigt würde. In Erfurt nahm Gustav Abschied von sei-ner Gemahlin rührender als je vorher, denn ein schauerliches Vor-gefühl sagte ihm, daß es der letzte sey. Der Marsch ging nunrasch fort bis Lorgau; Sachsens Volk nahm den frommen Königgleich einer rettenden Gottheit mit hohem Jubel auf. Als er nunwährend des Marsches nach Pegau durch ein aufgefangenes Schrei-ben erfuhr, daß Pappenheim mit feinen Haufen nach Halle abge-sandt sey, faßte er den Entschluß, weder die sächsischen Hülfsvölkcrabzuwarten, noch Leipzig anzugreifen, sondern geraden Weges aufWallenstein loszugehen. Sobald aber dieser des Königs Anzugerfuhr, gaben drei Kanonenschüsse seinen Regimentern das Aeichenzusammenzurücken und Eilboten gingen ab an Pappenheim, un-verzüglich von Halle zurückzukommen. Am 5. Rov. 1682 ordneteWallenstein sein Heer zur Schlacht zwischen Lützen und den Floß-graven, so daß der rechte Flügel sich an die Stadt lehnte, der linkebis an den Graben sich ausdehnte. Der linke Abzugsgraben dervorliegenden großen Straße war vertieft, die Erde nach der Feld-seite aufgeworfen; dahinter standen 2 Linien Füseliere und 1 Li-nie Kroaten, die von ihren Pferden über die beiden vordersten Li-nien wegschießen, dem Feinde also ein dreifaches Feuer entgegensprühen sollten. Hinter der Straße war das Heer aufgestellt, vorder Fronte eine Batterie von 7 Karthaunen; auf beiden Flügelnhielt die Reiterei, im Mittelpunkte das Fußvolk in 4 gr»ße Vier-ecke gebildet; auch hatte der rechte Reiterflügei ein fünftes Viereckin seiner Mitte. Auf einer Anhöhe nahe vor Lützen waren 14