Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
653
JPEG-Download
 

Leipzig 653

Feuerschlünbe aufgefahren und hinter den WellerwZnden um dirGärten Musketiere gestellt, aber den linken Flügel am Floßgrabcn,wo Pappenheim einrücken sollte, deckte kein Geschütz. Aus diesemFlügel schloß Forgatsch, so wie auf dem rechten Zsolani mit Kroa-ten die Schichtlinie. So standen die Kaiserlichen 40,00» Mannstark; Kallas und Kronenberg befehligten den rechten, Holk denlinken Flügel, Schafgotsch und Schüumburg die Mitte, Rhinachund Defurt aber die Reserve. Das Geschütz befehligte der Mar-chese de Grana; Wallenstein selbst übernahm die Leitung des Gan-zen. — Lausend Schritte gegenüber war das schwedische Heer inSchlachtordnung ausmarschirt mit zwei Treffen. Der linke Flügelreichte bis Lätzen, der rechte über den Floßgraben hinaus, vor derFronte zog sich die große Leipziger Straße hin, im Rücken krümmtesich der Floßgraben ums Heer. Auf den Flügeln hielt die Reitereiin 2 Treffen; in der Mitte mit 8 Schlachthaufen das Fußvolk,gleichfalls in 2 Treffen getheilt. Zwischen den Reiter Geschwadernhatte Gustav wieder Abtheilungen von Fußvolk zu aao bis 400Mann gestellt; doch gewarnt durch die Leipziger Schlacht, diesenFeldstücke beigegeben, um sich kräftiger gegen die einbrechendenReiter vertheidigen zu können. Das Geschütz der Schweden bestandaus 10» Feuerschlündrn, davon waren -6 der schwersten in Batte-rien vor dem linken Flügel aufgestellt, außerdem vor jedem Flügelnoch 20 kleinere und Z vor jedem Schlachthaufen des Fußvolks.Der König selbst führte den rechten, Herzog Bernhard den linkenFlügel, die Mitte aber Knipyausen. Unter dem Könige und demHerzog Bernhard befehligte Fürst Ernst von Anhalt auf den Flan-ken. — Der 6. November brach an und ein dichter Nebel verfin-sterte die ganze Gegend. Schon kämpften wie Nachtgeister einzelneReiter-Geschwader in der Finsterniß, als das schwedische Heer, denfrommen König in der Mitte, auf die Knie sank und mit feierli-cher Andacht unter Pauken - und Trompetenschall Luthers hohesLied: eine feste Burg ist unser Gott rc. anstimmte. Dannritt der König ernster als sonst durch die Reihen und ermähnte zurTapferkeit. Erst um 10 Uhr verlor sich der Nebel, die Sonne be-leuchtete die weite Ebene und die Heere standen schlagfertig einan-der im Gesicht. Eine halbe Stunde nachher gab Gustav das Zei-chen zum Angriff. Da brachen die Schweden gegen den von denKaiserlichen besetzten Graben der Landstraße ein, aber ein mörde-risches Musketen- und Geschützfcuer streckte die Anstürmenden rei-henweise zu Boden. Das schwedische Fußvolk wich, aber Gustavsprang vom Pferde, riß einem Soldaten die Pike aus der Hand,stellte sich an die Spitze der Weichenden und rief laut: Schweden,wo ist euer Muth? Vorwärts, vorwärts! Er schreitet voran, einmörderischer Kampf beginnt aufs neue und die Schweden dringenbis an des Grabens Rand. Mann ficht nun gegen Mann in wil-dem Handgemenge, da bricht Oberst Winkel mit dem blauenRegimente vor, setzt unter Siegesgeschrei über beide Graben undihm folgt das schwedische Leibregiment im hastigen L ,ef. Baldsind die Kanonen erobert, umgedrehet und aus die kaisc ^>. Viereckegerichtet. Das erste und zweite wird zersprengt, aber das drittehält noch Stand. Da stürmt Holk mit seinen Kürassieren her,wirft die Schweden zurück und entreißt ihnen die gewonnenen Vor-theile, denn die finnische Reiterei hatte nicht so schnell dem Fuß-vslke, das nun ungedeckt stand, über die Graben folgen können.