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lungen war. Es war nämlich bis auf Lekain die französische Tra-gödie in der nämlichen Hofkleidung, welche unter Ludwig XIV.üblich gewesen, gespielt worden; so hatten August und Cäsar eineungeheure Perücke getragen; Cornelia war in schönen weißenHandschuhen und in einem mächtig großen Reifrocke mit derUrne Pompejus des Großen erschienen; ja, Agamemnon hatte so-gar, gleichsam eingehüllt in ein ordentliches Faß von Spitzen undin einem Hofkleide, seine Tochter zum ^Scheiterhaufen geführt»daneben auch vor den umstehenden Damen zierlich seinen Hut ab-genommen. Alle diese Lächerlichkeiten schaffte Lekain, nicht ohneheftigen Widerstand zu erfahren, durch Einführung eines verstän-digen Costums, ab. Richt minder war er die Veranlassung, daßdie Bänke, welche bis dahin mitten aus der Bühne selbst, undzwar an den beiden Seiten derselben, gestanden, und von Leutenaus dem Publicum besetzt gewesen waren, wodurch sich aber, zumNachtheil des Theater-Cffects, die Schauspieler mit dem Publicumvermischt sahen, vom Theater verbannt wurden. Alle diese Re-formen, in welchen ihn treulich die Clairon unterstützte, begannenmit Ostern 1759. Ungeachtet aller dieser glänzenden Verdienste,welche Lekain sich theils nm die Schauspielkunst selbst, theils umdie theatralische Mechanik erworben hatte, entging er dennoch inden letzten Jahren seines Lebens den bittersten Kritiken und Vor-würfen nicht, mit welchen man ihn überhäufte. So ward er be-schuldigt, nur deshalb so oft Krankheit und Schwäche vorzuschützen,um so wenig als möglich zu spielen, in den Provinzen aber oftzweimal täglich aufzutreten, um seinen Geiz zu befriedigen, undnur die Tragödien von Voltaire zu haben, alle andere Stückehingegen zu unterdrücken. Wir wollen uns nicht unterfangen,diese Beschuldigungen zu widerlegen oder zu bekräftigen; nurscheint es uns, als ob Lekain wenigstens Veranlassung gegebenhabe, ihn nicht immer günstig zu beurtheilen. Das Ende seinesLebens ist nicht minder merkwürdig, wie der ganze Verlauf des-selben. Nachdem er in einer Ehe, die er aus Neigung mit einerSchauspielerin geschlossen hatte, nicht glücklich gewesen war, stander so eben im Begriff , sich mit einer gewissen Madame Benoitzum zweiten Male zu verheirathen, als er, schon feit mehrernLagen kränklich, auf Veranlassung eben dieser Dame, eine seinerLieblingsrollen spielte, sich jedoch in derselben dergestalt erschöpf-te, daß, nachdem er die Nacht darauf noch obenein in den Ar-men seiner Geliebten zugebracht hatte, diese doppelte Erschöpfungihm ein hitziges Fieber zuzog, an welchem er nach einigen Lagenam 8. Febr. 1778 im gasten Jahre seines Alters starb.
Lemberg (Reuschlemberg; Poln. Lwow), die Haupt-stadt im Königreiche Gallizien, in dem davon benannten Kreise,am Flusse Peltew, ist mit Bergen umgeben, groß und der Sitzdes kaiserlichen Gouverneurs, der Landesregierung und andererLandescollegien. Sie hat einen katholischen und armenischen Erz-bischoff und einen griechischen Bischoff, welche mit der römischenKirche vereiniget sind; gleichfalls den obersten Landesrabbiner.Im I. 1790 hatte die Stadt 25,954 christliche und 12,12g jüdischeEinwohner; igog hatte sich die Anzahl derselben bis auf.44,6Z§vermehrt. Von den ehemaligen 58 Klöstern sind noch 10 vorhan-den. Außer den Gymnasien befand sich hier auch eine Universität,welche »der nach Krakgu verlegt, dann aber wiederum in Lemberg