Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
669
JPEG-Download
 

rubk,

rher,

n'z«'dich!und jich»Alil-ept,tuhlfanzumMa- lde» ^hreni ^ung,gier,aus, .dem!cheinhrenund>eln.Ge-rag,betejkeithmtunddasver-lies,lordvor-stenzensvor-innochkpi-

fäl-

lten

rere

in

itte

den

Mp-

ben.

dici

ahre

II.

die

Leo 66y

Franzosen im I. rSir gewannen, gerietst er in Gefangenschaft,wußte den Soldaten jedoch mit solcher Hoheit und Beredsamkeitzuzureden, daß sie demüthig um Verzeihung baten, ihn gefangengenommen zu haben. Bei dem Tode Julius H. wußte er sich derLaunen der jungen und der Leichtgläubigkeit der alten Cardinäleso geschickt zu bedienen, daß er am S. März r 5 i 3 zum Papst er-nannt wurde. Am io. April, an demselben Lage, an welchem erein Jahr zuvor zum Gefangenen gemacht worden war, hielt er,und zwar auf demselben Pferde, seinen feierlichen Einzug in Rom.Dieser Papst hatte die glänzendste Erziehung genossen: er hattedie geschicktesten Männer zu Lehrern gehabt. Seine Familie, dregleichsam ein Zufluchtsort der schönen Künste war, hatte den Restder Gelehrsamkeit, welche von den türkischen Barbaren aus Con-stantinopel verbannt wurde, in ihrem Schooße aufgenommen. Ihrzu Ehren ward jenes Jahrhundert das Jahrhundert der Medicigenannt. In dieser Familie zeichnete sich aber Leo X. ganz insbe-sondere aus: er vereinigte mit dem feinsten Geschmacke die ausge-suchteste Pracht. Sein Einzug in Rom war mit einem wahrhaftwunderbaren Glänze umgeben, und seine Krönung allein kostetei°o,ooo Thaler. Er theilte seine Zeit unter Vergnügen, Litera-tur und öffentliche Geschaffte, und lebte mit einem morgenländi-schen Luxus. Seine Tafel war kostbar, sowol in der Wahl derGerichte, als durch die Würze seiner Unterhaltung. Aber mittenunter den Vergnügungen, welchen er sich überließ, vergaß er dasInteresse des päpstlichen Stuhls keineswegcs. Er legte die Strei-tigkeiten bei, welche Julius II. mit Ludwig XII. gehabt hatte undbeendigte das lateranische Concilium. Seine Secretäre wählte eraus den gebildetsten, geistreichsten Köpfen Italiens, und der. bar-barische Kanzleistyl der damaligen Zeit mußte der>«inschmeicheln-den und feurigen Beredsamkeit der Cardinale Bembo nnd SadoletPlatz machen. Er ließ die Bibliotheken durchsuchen, entdeckte alteManuscripte und veranstaltete correcte Ausgaben des Alterthums.Besonders schätzte er die Dichtkunst und machte selbst sehr gefälligeGedichte. Aller dieser Vorzüge unerachtet entspann sich dennocheine Verschwörung gegen sein Leben. Die Cardinäle Petruci undSauli, welche darüber erzürnt waren, daß er einem Neffen Juliusdes II. das Herzogthum Urbino entrissen hatte, bestachen einenChirurgus, der dem Papste ein geheimes Geschwür zu verbindenpflegte. Zugleich sollte Leo's Tod das Signal zu einer Verschwö-rung in mehrern Städten des Kirchenstaats werden. Die Ver-schwörung ward entdeckt und sie kostete mehr als einem Schuldigendas Leben. Die beiden Cardinäle wurden auf die Folter gebrachtund zum Tode verurtheilt. Petruci ward im Gefängnisse gehan-gen; Sauli hingegen erkaufte sich das Leben durch seine Schätze.Leo, welcher wünschte, daß das Publicum den schimpflichen Tod ei-nes Cardinals vergessen möchte, wählte dafür ein und dreißigneue. Seit einiger Zeit war er auf die Ausführung jener großemProjekte bedacht: er wollte alle Völker der Christenheit gegen dieTürken, die unter Selim II. furchtbarer als je gewesen waren, be-waffnen uud die Peterskirche, dieses herrlichste der neuen Denk-mäler der ehemaligen Hauptstadt der Welt, deren Bau bereitsWon Julius II. angefangen war, beendigen. Zur Kostenbestreitungdieser beiden großen Pläne, ließ er 1Z18 in der ganzen Christen-heit Ablaßbriefe ausschreiben, Nun erhöh sich zwischen den Domi-