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Fünfter Band. Von I bis L.
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66z Leo I-

lor; kurz in den letzten Jahren erkaltete doch der feurige Glaubt,,und man hat von dem Wundertrank weniger gehört, als vorher,!Der Erfinder selbst ist am 27. April 18m gestorben.

Leo I., mit dem Zunamen der Große, wurde nach Einigen';»Rom, nach Andern in Toskana geboren. Von seinen Jugendjah-ren ist nichts Gewisses bekannt. Die Päpste CZlestinus l. undSirius III. , bedienten sich seiner bei wichtigen und bedenklichenAngelegenheiten, selbst da schon, wie er noch Diaconus war. Mletzterwähnter Pavst im 1 .440 gestorben war, ward Leo im Sept,desselben Jahrs von der Geistlichkeit Roms auf den heiligen Stuhlgesetzt, und ganz Rom billigte diese Wahl. Aber schon der Anfangseiner Regierung zeichnete sich durch eine unduldsame, ja selbst un-!politische Handlung aus: er dieß nämlich einer großen Anzahl Ma-uichäer, die sich in Rom verborgen gehalten hatten, öffentlich denProzeß machen, und überlieferte sie, wenn sie hartnäckig in ihremGlauben beharrten, der weltlichen Gerechtigkeit zur Bestrafung, ^Derselben Waffen bediente er sich gegen die Sectc der Pelagier, !Priscillmnisten und Eutychäcr, deren Ueberreste er gänzlich aus:rottete. Während des bekannten Conciliums, welches unter demKaiser Martian 461 zu Ehalcedon gehalten wurde, zu welchemLeo vier Legaten gesandt hatte, welche daselbst den Vorsitz führenmußten, verwüstete Attila das abendländische Kaiserthunr, undging auf Rom zu, um es in einen Steinhaufen zu verwandeln.Der Kaiser Balentinian wählte daher den heiligen Leo zum Ge-sandten an jenen furchtbaren Krieger und gab ihm den Auftrag,über den Frieden mit demselben zu unterhandeln. Leo redetemit solchem Adel, solcher Sanftmuth und solcher Eindringlichkeitzu dem Barbaren, daß sein wilder Charakter dadurch gezähmtund zur Güte angestimmt wurde: Attila verließ Italien und. ging über die Donau zurück. Mas Attila unterlassen hatte, dasführte Genserich aus: dieser überfiel Rom im I. 466 und über-ließ es vierzehn Lage lang der schrecklichsten Plünderung. Alles,was Leo von ihm erhalten konnte, bestand darin, daß kein Mordbegangen, nichts in Brand gesteckt wurde, und daß die drei vor-nehmsten Kirchen in Rom, welche von Konstantin die kostbarstenGeschenke erhalten hatten, ungcplündert blieben. Leo ist übrigensder erste Papst, von dem noch eine Sammlung von Werken vor-handen ist: diese bestehen in sechs und neunzig Predigten und inein und vierzig Predigten. Einige Gelehrte schreiben ihm nochfolgende Werke zu: Von der Berufung der Heiden und die Epi-stel an Dsmetriades. Leo's Werke zeichnen sich durch einen ge-bildeten, ja oft selbst gesuchten Styl aus: der Periodenbau hateine gewisse abgemessene Rhythmik, die überrascht, ohne mißfäl-lig zu werden. Uebrigens wimmeln sie von nicht übel gewähltenBeiwörtern und sehr glücklichen Antithesen. Man hat mehrereAusgaben von Leo's Werken veranstaltet, eine zu Paris 167S inzwei Quartbänden; eine andere zu Lyon 1^00 ^ Folio; eine drittezu Rom in drei Foliobänden und eine vierte zu Venedig in ebenso viel Bänden. Der Pater Maimburg hat das Leben diesesPap-stes in einem Quartbande oder in zwei Duodezbänden geschrieben.

Le 0 X. (Johann von Medici), Sohn des Lorenz von Mediciund der Clarissa des Ursins; wurde schon im vierzehnten Jahrevon Jnnocenz VIII. zum Cardinal und in der Folge von Julius U-zum Legasten erwählt. Zn der Schlacht von Ravenna, welche die