Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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673
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im Rücken hatten, zurückzuziehen. Aber Leonidas verwarf diesenEntschluß, und man schickte daher bloß Eilboten ab, um die Hülseder verbundenen Städte zu beschleunigen. Nun erschien ein persi-scher Reiter, um Kundschaft von dem Feinde einzuziehen. Bor derMauer, welche Leonidas unten in der Ebene hatte aufführen las-sen, standen gerade jetzt als Vorposten die Spartaner, welche theilssich im Ringen übten, theils ihr Haar kämmten und schmückten,ohne sich um den Reiter zu bekümmern. Da dieser nur die drei-hundert Spartaner sah, weil die Mauer ihm den übrigen Theilder Armee verdeckte; so stattete er dem Lerxes auch nur Berichtvon dieser kleinen Anzahl ab, der, ganz erstaunt darüber, nocheinige Tage den Angriff aufschob, weil er hoffte, daß sich der Feindschon von selbst ergeben würde. Am fünften Tage schrieb er demLeonidas: „Willst du dich unterwerfen; so gebe ich dir die Herr-schaft über Griechenland." Leonidas antwortete: „Lieber sterbeich für mein Vaterland, als daß ich es unterjoche." Ein zweitesSchreiben des Königs enthielt nur die Worte: „Gieb mir deineWaffen!" Leonidas schrieb darunter: „Hole sie." Nun ließLerxes seine Truppen vorrücken, die wüthend auf die Svartanereinstürzten. Diese, Mann an Mann, dicht geschloffen und mit gro-ßen Schildern bedeckt, streckten gleichsam einen starrenden Waldlanger Lanzen vor sich hin. Das Gefecht wird mörderisch, da dieTapferkeit vielleicht an beiden Seiten gleich groß war. Aber dieGriechen hatten den Vortheil der Stellung und der Waffen fürsich. Die Lanzen der Perser waren zu kurz und ihre Schilder zuklein. Die Griechen siegten also und ckerxes fuhr mehr als einmalvon seinem Thronseffel auf, von dem er die Schlacht mit ansah,weil er für sein ganzes Heer fürchtete. Am folgenden Tage ge-lang es den Persern eben so wenig, durch den Paß zu dringen.Von Unruhe und Schande gequält, würde Lerxes vielleicht seinVorhaben ganz aufgegeben haben, wenn nicht ein treuloser Ein-wohner der Gegend, Namens Ephialtes, den Persern den Fußsteigüber die Gebirge entdeckt hätte. Sogleich schickte Lerxes das Corpsder Unsterblichen dahin ab, und Ephialtes diente zum Wegweiser.Die Phocier, welche diesen Fußsteig besetzt hielten, flohen nach ei-nem geringen Widerstände und die Perser überstiegen glücklich dieGebirge und kamen so mit dem ganzen griechischen Heere, welchesLeonidas befehligte, in den Rücken. Als Leonidas von diesem un-glücklichen Ereignisse Nachricht erhalten hatte, versammelten sichdie Anführer der Griechen: einige wollten bleiben, andere Thermo-Pyläverlassen. Leonidas war unter den letzten, indem er hinzufügte,Wiewol er und seine Spartaner nicht fliehen dürften, so würde eres den übrigen recht gern erlauben, sich zurückzuziehen und sichfür bessere Zeiten aufzusparen. Alle verließen also den Paß, dieThespier und Thebaner ausgenommen, welche sich nicht von denSpartanern trennen wollten. Run sann Leonidas auf nichts Ge-rmgers, als in Lerres Lager einzudringen, diesen niederzustoßenund dann, wenn es Noth thäte, zu sterben. Mitten in der NachtVuckren nun die Griechen, Leonidas an ihrer Spitze, aus dem en-gen Paffe in die Ebene, warfen die persischen Vorposten über denPausen, drangen in das Lager, in das Gezelt des" Königs, undwurden diesen niedergestoßen haben, wenn er nicht bereits die«lucht genommen hätte. Nichts destoweniger erfüllten die Grie-chen alles mit Schrecken, Blut und Morden. Schon glaubten die«"!w. rv. Anst.) V 4Z