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Fünfter Band. Von I bis L.
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674 Leonidas Leopold I.

Perser: das Corps der Unsterblichen sey vernichtet und die ganzegriechische Armee in ihrem Lager, bis endlich der anbrechende Tagihnen die kleine Anzahl der Sieger zeigte. Nun wurden die Grie-chen angefallen, nnd Leonidas sank unter einem -Hagel von Pfeilentodt zu Boden. Die Griechen zogen sich nun zurück und vertheidig-ten noch einige Zeit den Paß gegen die nachrückenden Perser. Ei-nige Thebaner sollen sich diesen noch zuletzt ergeben haben; duLhcspier hingegen theilten ganz das Schicksal der Spartaner: dasheißt, sie fielen sämmtlich unter dem Mordgewehre der Perser. DerLeichnam des Leonidas wurde von den Persern gemißhandelt-Aerxes ließ seinen Kopf auf eine Stange stecken und den Rumpfan den Galgen henken. Vierzig Jahre nachher wurden seine Ge-beine nach Lacedämon gebracht und in ein nahes beim Theateraufgeführtes Grab versenkt. Zu gleicher Zeit wurden auch dieNamen der dreihundert Spartaner, welche mit ihm gefallen waren,auf einer Gäule eingegraben. — Leonidas, ein anderer Kömgder Spartaner, des Kleonymus Sohn, lebte zu der Zeit der erstenNachfolger Alexanders und war Mirkönig des Agis, welchen lo-ckern er zu verderben suchte, weil dieser in edlem, heroischen Ge-müthe den Plan gefaßt hatte, Sparta's alte Verfassung und mitihr den Heldenmuth der Spartaner wieder herzustellen. Er ward«in Opfer seines großherzigen Unternehmens und des neidischenLeonidas.

Leontium (Leontia), eine berühmte Hetäre (öffentlicheWuhlerin), ist vorzüglich als Geliebte des Epicur bekannt gewor-den. Sie war, nach einigen, die rechtmäßige Gemahlin, nach an-dern, ebenfalls die Geliebte des Metrodorus; wieder andere be-haupten gar, daß alles, was von ihr als Buhlerin erzählt werde,unwahr sey. Leontium zeichnete sich übrigens durch vorzügliche Gei-stestalente aus; ja, sie soll sogar eine Schrift gegen Theophrastverfertigt haben, von der man behauptete, daß sie mit Scharfsinn,Gelehrsamkeit und in einem schönen attischen Style abgefaßt gewe-sen sey.

Leopold I., zweiter Sohn Kaiser Ferdinands III. und Mric Anna's von Spanien, am 9. Jun. 1640 geboren, ward 16Äzum Könige von Ungarn, 16Z8 zum Könige von Böhmen und i6Szzum deutschen Kaiser erwählt. Bei seiner Thronbesteigung mußte erversprechen, Spanien keine Hülfe gegen Frankreich zu leisten. Da-mals ward Deutschland von den Türken bedroht; sie hatten die kai-serlichen Truppen geschlagen und Mähren verwüstet, weil der Kai-ser fortwährend den Fürsten von Siebenbürgen unterstützte, welcherletztere schon seit sechs Jahren aufgehört hatte , der ottomanische»Pforte den jährlichen Tribut von 200,000 Gulden zu bezahlen. Mon-tecuculi, Leopolds Feldherr, von einem Corps von 6,000 Man»auserlesener französischer Truppen, welche von Coligni und Feuil-lade angeführt wurden, schlug die Türken r66S bei St. Gotthard.Weit entfernt, einen so vollständigen Sieg gehörig zu benutzen, eil-ten die Sieger mit den Besiegten Friede zu machen, und Ragotzi,Lcr Fürst von Siebenbürgen, blieb der Pforte zinsbar. Dabeihatten die kaiserlichen Minister ihre besondern Absichten : OesterreichsFinanzen waren ruinirt, Ungarn sollte gänzlich unterworfen wer-den, und der Ruhm, welchen sich in diesem Kriege die französischenWaffen erworben hatten, erregte den Neid Oesterreichs. Es wardEo auf zwanzig Jahre ein Waffenstillstand geschloffen. Run be-