Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
711
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Lictoren

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fehle der Magistcatsperson zu empfanden und zu vollziehen pflegte,mr der vornehmste. Das Amt der Lictoren bestand in folgendenVerrichtungen: Sie mutzten das zuströmende Volk zurückhaltennni> aus dem Wege schaffen (Durvam sudnrovere). Zu dem Endesagten sie: Locttte, Lovsiil venit; Dato vianr (loonin) Oansii-!i; 8i vodis vicketur, clinns-iir?, (^iiirircs, oder andere dergleichenRedensarten. Kehrte die Magistratspcrson wieder nach Hause,»der ging sie in ein anderes Haus; so schlugen die Lictoren mitihre» Ruthen an die Thüre. Ferner mußten die Lictoren daraufsehen, daß den Magistratspersonen die gehörige Ehrerbietung er-wiesen wurde. Dieses Geschähst hieß siiiirisavertore. Die Ehrcr-bietullg selbst bestand darin, daß derjenige, welcher der Magistrats-person begegnete, vom Pferde steigen, das Haupt entblößen, ausdem Wege gehen mußte u.s. w. Das Geschähst der sndnrotio undsnimLÜversic, kam besonders dem ttiotor primns zu. Endlichmußten sie die Strafen vollziehen, welche die obrigkeitlichen Per-sonen zuerkannt hatten. Die Lictoren waren zwar freie Leute,aber doch aus der niedrigsten Bolksclassc genommen, gewöhnlichFreigelassene der Magistratspersonen, bei denen sie ihre Dienste«errichteten. Man muß sie auch von den öffentlichen Sclaven,welche zur Bedienung der obrigkeitlichen Personen gehalten wur-den, unterscheiden. Uebrigens gingen vor dem Dictator vier undzwanzig, vor den Consulen, Decemvirs und Kriegstribunen mit«nsularischer Gewalt zwölf, vor dem Prätor sechs, eben so vielvor dem Magister equitum und einer vor einer Bestattn.

Liebe. Dieselbe Kraft, welche Welten verknüpft und zu-sammenholt, ist es auch, durch welche der Mensch zu dem Ver-wandten seiner Gattung mit Freiheit hinstrebt. Schon die Artensagten daher: ,,die Welt wird durch Liebe regiert;" aber sie fügtehinzu: ,,und durch den Haß" (Eros und Eris), weil sie sich nichtüber den Gegensatz streitender Erfahrung zu dem Wesen aller We-sen erheben konnten, welches selbst die Liebe ist. In jener en-gern Bedeutung dagegen, als Zuneigung zu dem Gleichartigen undVerwandten, ist Liebe nicht ohne Abneigung und Abstoßung desFremdartigen und Entgegengesetzten (Haß im weitesten Sinne),und die wahre, feste Zuneigung, welche innig an ihrem Gegen-stände hängt und unzertrennlich mit ihm verbunden ist, nicht ohneHaß, dessen, was mit ihm streitet und ihm durchaus widerspricht,denkbar; woher auch das Sprichwort: nur wer recht Haffen kann,kann auch recht lieben, kam. Dann aber muß das Geliebte auch etwas,wahrhaft Liebenswürdiges und Edles seyn; denn nur dessen Ge-gentheil darf uns mit Abneigung und tiefem Abscheu erfüllen. Daßwir aber, nur dem Menschen -diese innige und edle Zuneigunggegen die Seinen beilegen, liegt darin, daß allein den Menschenein freier innerer Drang un das freie Individuum knüpfen kann,da das Thier ohne alle Wahl dem Instinkte des Augenblicks unddem Gesetze der Natur folgt, wenn es mit den Verwandten seinci-Gattung sich flüchtig verbindet. Obwol nun die Liehe des sinnlichenund mehr thierischen Menschen dem thierischen Jnstmcte mehr oderweniger ähnlich ist, in sofern sie weniger ausschließend auf das be-Ammte Individuum gerichtet ist, und die sinnliche Heftigkeit des-selben theilt; so wird doch in der wahren Liebe jedersinnliche Triebso veredelt »nd durch die geistige Natur geläutert, daß man sie vorallem als eine reinmenschliche Neigung ansehen darf, in welcher