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Lichtenberg
Lictoren
welches wir Humor nennen, und welches leichter besessen, als er-klärt wird. In Folge dieser feiner so ganz besonder« organisirtenIndividualität haßte' er nichts mehr, als nachbetende Mechanik,er mochte sie finden, wo er wollte, und zog offen und unbedingtdie Bildung des Geistes allem blos mechanischen Wissen vor.Wahrheit ging ihm daher über alles, und überall, zeigt sich derWann, der'vor keiner neuen Ansicht erschrickt, weder über denAtheismus, noch über die französische Revolution, sondern der viel-mehr mit Scharfsinn und Billigkeit das Vrahre vorn Truge j«unterscheide^ sucht.
Licht wehr (Lichtwer), Magnus Gottfried, ward 1719-0Würzen geboren, studirte die Rechte, ward Doctor derselben u»dstarb zu Halberstadt als k. preußischer Hof-, Regierungs- undConsistorialrath am 6. Jul. -783. Er gab zu Leipzig 1748, doch»hne seinen Namen, vier Bücher äsopischer Fabeln heraus, vonwelchen 17L8 zu Berlin die zweite neurevidirte Auflage erschien.Da in diesen Fabeln das Gute vom Schlechten zu sehr in den Hin-tergrund gestellt war, so übernahm es Ramler, wie es damalihieß, mit einigen Freunden, doch ebenfalls ohne sich zu nennen,und ohne Borwlssen Lichtwehr's, 1761 zu Leipzig eine Auswahlund Verbesserung derselben herauszugeben. Darüber entstand ei»heftiger Streit zwischen Lichtwehr und seinen Verbessercrn, an wel-chem auch Lessing, doch nicht eben für Lichtwehr, Antheil nahm.Letzterer fand sich nun bewogen, zu Berlin 1762 eine dritte recht-mäßige und verbesserte Ausgabe seiner Fabeln erscheinen zu lasse»,in welcher er jedoch von keiner der Aenderungen Ramlers Ge-brauch machte, derselben aber eine Borrede beifügte, in weichererheftige Ausfälle auf Ramler that. Nun mischte sich Lessing in de»Streit und nahm sich Ramlers gewißermaßcn gegen Lichnvehr a».Nachdem Lichtwehr noch während seines Lebens 1776 eine vierteAusgabe seiner Fabeln besorgt hatte, erschien endlich nach dessenTode zu Berlin 1732 eine neue, aber uucevibirte Ausgabe dersel-ben- Außer diesen Fabeln, welche dem Verfasser einen große»Ruf in Deutschland und im Auslande verschafften, hat Lichtwehrnoch herausgegeben: das Recht der Vernunft, ein didaktisches Ge-dicht, in fünf Büchern. Leipzig, 17S8; und des Marcus Miiui-cius Felix Octavius Gespräch zwischen einem Heiden und einemChristen, aus dem Lateinischen übersetzt. Berlin, 1762.
Victoren (Inate-rev), öffentliche Diener der obrigkeitliche»Personen bei den Römern, hatten ihren Namen (liA-ivoros) daher,weil sie die Missethäter an Händen und Füßen binden wußte»,ehe sie gegeissclt wurden. Romulus führte sie ein und entlehnnsie von den Etruskcrn, indem es in den zwölf tuscischen Städte»Mode war, daß die vornehmsten Magistratspersonen sich von In-nern , die mit Beilen und Ruthenbündeln bewaffnet waren , v -gleiten ließen. Romulus ließ deren zwölf vor sich hergehen.königliche Würde in Rom ward zwar abgeschafft, aber dennoch ihräußere Pracht beibehalten. Daher ließen sich auch die EonM»-Dictatoren, Prätoren, Magistri equitum rc. (nur nicht diercn) von Victore» begleiten. Wenn also eine höhere Magistrat -Person ausging; so gingen sie in einer Reihe, einer nach dem a -der», vor derselben voraus, Der vorderste hieß knetorund derjenige, welcher zunächst vor der Maglstratsperson heMng,jmudyr proliirnlis (poLtrsmus). Derjenige Victor, welcher die w -
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