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auf das Ganze nur um so neugieriger macht. Johann Freinshelmhat aus andern Schriftstellern vortreffliche Supplemente zum Li-vius geliefert, und die ersten zehn Bücher desselben zu Stockholm1649 in Duodez, nachher, 1664, sechszig Bücher zu Etraßburg wQuart herausgegeben. Die übrigen von ihm im Manuskript hin.terlassenen fünf und zwanzig Bücher wurden in Frankreich den Er-ben abgekauft, und der Edition in nsnna Oslpliiiii beigedruckt.Eine f ltene und prächtige Ausgabe des Liviu« ist die Lä. Wer.LroLIeuü, Las. i5Z5. kol., und deshalb von der größten Wichtig-keit, weil sie die fünf letzten Bücher des Livius von 40 — 46, ausder einzigen in der k. Bibliothek zu Wien befindlichen Handschriftgeliefert Hat, und daher die Quelle aller folgenden Ausgaben ge-worden ist.
Livorno, berühmte Handelsstadt und Freihafen in Toscana,am mittelländischen Meere, ist regelmäßig gebaut und hat zwei ita-lienische Meilen im Umfange. Alle Rationen, selbst die Türken nichtausgenommen, können sich hier niederlassen. Die Stadt hat SS,000Einwohner, unter welchen wenigstens ig.voo Juden befindlich sind,sehr regelmäßige und wohlgebauete Straßen, einen ungcmein großenMarktplatz, von welchem man durch die beiden Hauptthore aus derStadt sehen kann, und mehrere andere merkwürdige Gebäude. Dereigentliche unmittelbare Handel der Stadt selbst besteht, unter an-dern Artikeln, in Korallen, deren Fabrikation den frühesten Er-werb von Livorno ausgemacht hat. Sie werden im mittelländischenMeere, und zwar an der afrikanischen Küste, gefischt, und dann inLivorno verarbeitet. Noch vor fünfzehn Jahren gab es daselbst überzwanzig Korallcnfabriken, die jetzt bis auf eine heruntergekommensind. Livorno war noch vor ein paar Jahrhunderten ein schlechter,ungesunder und feuchter Ort, und hat auch jetzt noch keine reineLuft: besonders fehlt es ihm an frischem Wasser, welches von Pisahergeholt werden muß. Alle europäische Handels-Staatcn halten inLivorno ihren eigenen Cvnsnl. Unter den dortigen Rationen sinddie Juden ^welche nebst den Armeniern die allgemeinen Mäklermachen, viele Privilegien haben und in einem gewissen Bezirke derStadt wohnen müssen) die reichsten, und die Griechen, die fast alleSchneider oder Kleiderhändler sind, die ärmsten. Die Engländer,welche diese Stadt Leghorn nennen, haben den größten Antheilan dem dortigen H ndel. Durch die Menge der daselbst abgeschlosse-nen Geschaffte entsteht auch ein wichtiger CommiffionS-, Spedi-tions und Wechselhandel für die Stadt. Schon seit i6Z5 war derdortige Handelsverkehr lebhaft, und es wurden zur Erweiterungder Stadt, die bis dahin klein und unbedeutend gewesen war, An-stalten getroffen. Die Protestanten haben ihren eigenen Kirchhst,auf welchem überhaupt alle evangelische Glaubensgenossen begrabenwerden. Der türkische Privatgottesdicnst gründet sich auf eine»Vertrag, kraft dessen die Toscaner die nämliche Freiheit in derTürkei genießen. Die Stadt hat durch das Erdbeben von 1747,mehr noch aber durch die Franzosen im Revolutionskriege, und end-lich auch, besonders ihr Handel, 1804 durch das gelbe Fieber ge-litten. Bon igoZ bis 1814 war sie die Hauptstadt in den franzö-sischen Departements des mittelländischen Meers.
Livre Lournois ist derjenige französische Livre, der ehemalsin Tours galt, und von dem pariser oder allgemeinen Münzfüße >»so fern verschieden ist, als dieser 20 Svls, der Livre Lournois aber