Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Logik

setze der Gedankenverbindung haben diesen Ursprung, und inInhalt der Logik ist daher von so apodiktischer Art, oder vons»demonstrativer Gewißheit, als der Inhalt keiner andern philch-phischen Wissenschaft, eben Weil sie es mit dem Denken, oder Ber-hLltnißbestimmen in der gegebenen Erkenntniß zu thun hat Daherhat man auch, vorzüglich zum Nachtheil der Metpahysik oder trans-cendentalen Philosophie, ihre Abgeschlossenheit und Vollständigkeitoft allzusehr gepriesen, und sie in dieser Hinsicht der Marbem-ttil,an die Seite gestellt. Allein das bloße, wenn auch systemali-sche Denken, ist noch kein Philosophiern, das noch so systematischiAnordnen macht Behauptungen noch nicht zu Wahrheiten, und d»Megreiflichkeit ist nicht der höchste Zweck der Philosophie; ja all«demonstrative Gewißheit setzt die Wahrheit ihrer Principien vor-aus und einen Gegenstand, an dem sie sich offenbaren. Man darfdaher den Werth der Logik eben so wenig überschätzen, wie imältern Philosophen vorzüglich thaten, als dieselbe unbillig herab-setzen, wie die Neuern oft thun. Bei den Alten wurde mit de,genannten Aufgabe der Logik oft auch die tiefere philosophischUntersuchung über die allgemeinen Kennzeichen derWahrheit, oder die materiellen Bedingungen der Wahrheitunserer Erkenntniß verbunden, welche Untersuchung einige Neue«bald in die Metaphysik gezogen, bald in Ermangelung eines a»-dernAusdrucks, in dcmSinne einiger ältern Philosophen Dialek-tik genannt, und sehr natürlich ,der Etymologie und demgewöhnlichen Gebrauche beider Ausdrücke nach, sind Dialektik<s. d. Art.) und Logik wenig verschieden) an die Logik angeschlos-sen haben, welche letztere auch ohne Verbindung mit dieser Un-tersuchung, und ohne genauere Bestimmung ihres Kreises undWerthes oft mehr schädlich als nützlich gewesen ist, und die Philo-sophie zur bloßen Formal - Philosophie gemacht hat; wie denn allescharfe Absonderung des Formellen von dem Materiellen leicht ge-fährlich und beschränkend wird. Noch andere haben dieser ver-breitenden Untersuchung den Namen Fundamental - Philosophie,Fundamental-Wissenschaft, philosophische Grundlehre u. s. w. ge-geben. Man theilt die Logik oder Denklehre gewöhnlich in diereine und angewandte. Erstere soll das Denken an sichnach seinen Gesetzen, Operationen (begreifen, urtheile»und schließen) und deren Products n (Begriff, Urtheil undSchluß) im Einzelnen und in Beziehung auf ein Denkganzes, wie-in der wissenschaftlichen Vollendung des Systems und dessenFormen (Definitionen, Eintheilungen und Beweisen); die ange-wandte aber das Denken unter besonderen subjektiven und ob-jectiven Rücksichten, die man bei der Anwendung der Denkgesetzezu nehmen hat, nämlich die Beziehung auf die Verbindung desDenkens mit andern Geistesaußcrungen und die Einschränkungenund Hindernisse des Denkens, welche hieraus hervorgehen, so wiedie entgegenwirkenden Mittel, endlich auch in Beziehung auf dieHauptsphare des Denkens betrachten. In den letzter» Beziehungensetzt die Logik die Erfahrungs-Seelenlehre voraus, mit welcher ßeauch als Vorbercitungs-Wiffenschaft zur Philosophie in genauesterVerbindung steht. Eine natürliche Logik ist aber ein Wider-spruch, weil niemand eine Wissenschaft schon von Natur besitzt,wenn er auch die Gesetze derselben anwendet, und die natürlicheFähigkeit zu denken auch ohne wissenschaftliche Ausbildung zu ei-

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