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Fünfter Band. Von I bis L.
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756 Lonhon Longinus

ein von der Nation erbauter prächtiger Pallast, worin der königl.Akademie der Künste (zu deren Präsident nach Reynolds Tode Westgewählt wurdet Zimmer eingeräumt sind; das Coventgarden-Thea-ter; das Drurylane-Theater (das angesehenste in London, welchesvor einigen Jahren von neuem gebaut worden ist); das Opernhauszu Haymarket; das prächtige Pantheon, wo Concerte, Bälle undMaskeraden gehalten werden, welches aber vor einigen Jahren ab-brannte und neu erbaut wird; das brittische Museum, eine Samm-lung von schätzbaren Alterthümern und Seltenheiten, welches zuerstaus der Sloanischen Sammlung von Naturalien und Alterthümernentstanden, und vor nicht gar langer Zeit mit dem vortrefflichenCabinet des berühmten Ritters Hamilton vermehrt worden istund auch in einem schöncp Gebäude aufbewahrt wird; die vortreff-liche Huntcrsche Münz- und Medaillensammlung (unstreitig dieerste in der Welt) und der Raturalienschatz des Ritters Ashton Le-rer, welcher vorzüglich eine unendliche Sammlung von Vögeln ent-hält; das Findlings-Hospital; das London-Jnfirmary oder Hospi-tal, eine der schönsten Anstalten in ganz Englsnd. Southwark,in der Grafschaft Surrey, wo vorzüglich das merkwürdige Schuld-Gefängniß, oder Kings-Bench, zu bemerken ist, innerhalb dessendie Gefangnen (welche nicht selten ihre Familien mit sich dahinnehmen) die größte Bequemlichkeit und Freiheit genießen, so daßsie sogar Bälle und Concerte darin geben- — Eine englische Meilevon der Stadt, in dem Dorfe Chelsea, liegt das berühmte Nam-lagh, in dessen ungeheurem und prächtigem Salon täglich (Sonn-tags ausgenommen) vom April bis July glänzende Concerte gege-ben werden, und zwei engl. Meilen von der Westnunster - Brückeder berühmte Garten zu Vauxhall, einem schönen Dorfe an denUsern der Themse, wo vom Mai bis August ebenfalls (mit Aus-nahme des Sonntags) täglich Concerte gegeben werden. Uebrigensist zu bemerken, daß London seit den letzten Zc> Jahren durch mehrdenn 5o,ono neue, schöne, doch nicht pallastähnliche Häuser, derenman in London wenig trifft, vergrößert worden ist. Iu bedauernist, daß selbst das schönste Gebäude wegen des Steinkohlendampfsseine äußere Schönheit nicht lange behält, soudern auswendigschwarz wird.

Longimetrie, s. Geometrie.

Longinus (Dionysius), ein platonischer Philosoph und be-rühmter Redner, hatte nach Suidas, auch den Beinamen Caffius.In der vortrefflichen xliilol. <te vits et sorixtis li-oiiZim,welche unter David Rhunken, als Präses, unter dessen Namen siegewöhnlich angeführt wird, gehalten wurde, wird gezeigt, daßLonginus beide Vornamen gehabt und vollständig Dionysos §as-sius Longinus geheißen habe. Den griechischen Namen Dionysiusempfing er, jener Disputation zufolge, bereits in seiner Kindheitund späterhin den römischen Namen Caffius Longinus, entweder,weil er in die Clicntschaft der Cassisch - Longinischen Familie auf-genommen wurde, oder werl seine Vorfahren von irgend einemCaffius Longinus das Bürgerrecht erhalten hatten. Einige haltenihn auch mit dem Dionysius Phaletis für eine und eben dieselbePerson, aber wie Rhunken in der angeführten Dissertation zeigt,ganz unrichtig. Sein Vaterland weiß man nicht mit Gewißheitanzugeben; einige glauben, er sey aus Emesa in Syrien gebürtiggewesen , vielleicht weil ein Rhetor aus Emesa, Cornelius Fronte,