Lotterie 763
i Wissenschaft zu Heidelberg, wo er am 7. Rov. ,56o am Wahnsinnestarb. Außer durch seine wissenschaftlichen Kenntnisse, hat er sichauch noch als Dichter bekannt gemacht. Seine lateinischenPorsieen und besondres seine Elegieen (iS8o in 8.) sind nichtohne Verdienst. Burmann hat zu Amsterdam 17S4 in zwei Quarkbänden eine neue Ausgabe seiner Gedichte besorgt.
Lotterie hat von dem holländischen Worte Lot, d. i. Loos,ihren Namen erhalten und gehört unter die Glücksspiele, derensich die Finanziers häufig zur Aufbringung eines Theils des außer-ordentlichen Gtaatsaufwandes bedienen. Es giebt zzvei Haupt-arten derselben , nämlich die ältere, oder die eigentlich soge-nannte Lotterie, die auch wegen ihrer Einrichtung Classcn-lotterie, und wegen ihres häufigen Gebrauchs, den man inHolland davonmacht, die Holländische heißt, und die neuereoder welsche, genuesische Lotterie oder Lotto genannt.Die ältere Lotterie ist vorzugsweise in Deutschland in mancherleiGestalten angewendet worden. Ihre Hauptcinrichtung bestehtdarin, daß man eine gewisse Summe, z. B. 20, So bis 100,000 Rthlr.festsetzt, über welche man so viele in Classen vertheilte Empfang,scheine, Lotterieloose genannt, ausfertigt und diele an frei-willige Abnehmer gegen haare Zahlung, welche der Einsatz heißt,vertäust. In dem jedesmal über die Einrichtung der Lotterie be-kannt zu machenden Dlane, wird für jede Classe bestimmt, wie vielLoose gewinnen oder Treffer sind, und wie viele.Loose verlierenoder Nieten sind, von welchen gewöhnlich 3, S, 7, 9 und mehrauf einen Treffer gerechnet werden. Das Ausziehen der Loose auszwei verschlossenen Rädern, deren eines die Nummern der Loose,und das andere die in jeder Classe herauskommenden Gewinne undRieten enthält, geschieht gewöhnlich durch zwei Waisenknaben oderandere unverdächtige Personen. Die übrige Einrichtung ist sobekannt, daß eine Beschreibung davon hier höchst überflüssig wäre.Die hcrausgekommenen Gewinne werden endlich gegen Zurückgabeder Loose mit 10, 12, i5 Procent ausgezahlt, und von letzten,wird, nach Abzug der Verwaltungskosten, der Ueberschuß an dieGtaatscassen abgeliefert, zu deren Unterstützung die Lotterie errich-tet worden ist. Ganz anders verhält es sich mit der neuern odergenuesischen Lotterie, das Lotto genannt, welches die Genueser er-funden und 1620 das erste eingerichtet haben. Der Grund dessel-ben besteht in den neunzig Zahlen von 1 bis gc>, wovon an dembekannt gemachten Zcehungstage allemal 5 Zahlen als Gewinneraus dem Glücksrade gezogen werden. Jeder der Einleger oderLottospielenden wählt sich aus den 90 Zahlen eine beliebige Anzahlvon Nummern, meldet sich bei einem Collecteur des Lotto und giebtan, mit welcher Summe, z. B. Kreuzern, Groschen, Gulden, Tha-lern rc. er jede ausgewählte Zahl und auf welche Art des Gewin-nes er sie besetzen will, worauf er darüber ein gedrucktes Loos er-hält. In dieser Lotterie sind eigcntlch vier Arten der Gewinne:,) ein sogenanntes Estrado, welches nur eine Zahl unter denherausgezogenen fünfen erfordert und den Einsatz vierzehnmal alsGewinn an den Mitspielenden bezahlt. Hierbei gewinnt das Lottoa6pCt, weil ,7Nieten auf einen Treffer kommen; 2- dieWette,wenn man mit dem Lotto gleichsam wettet, daß von den ausge-wählten Zahlen eine die erste, zweite, dritte, vierte oder fünfteStellen, der Ordnung derHevautzziehiing haben werde. Tritt nun