Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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7Ü6 Loudon

schaff. Friedrich hakte jedoch die Gefälligkeit, dieß Patent nebsteinem Complimente an Loudon selbst zu übersenden. Nach derSchlacht bei Äoßbach zog sich Loudon, nachdem die vereinigte fran-zösische und Reichsarmee gänzlich zerstreuet war, mit seinem Corpsin das Erzgebirge an die böhmische Grenze zurück, und hatte end-lich an der am g. Dec. vorgefallenen Schlacht bei Leuthen, die fürdie Oesterreicher die unglücklichste des ganzen Kriegs war, keim»Antheill Er erhielt um diese Zeit den Maria-Theresia-Orden. MFriedrich der Große durch eine Zufuhr von 4000 Wagen sein Beia-gerungscor.ps vor Ollmütz verpcoviantiren wollte, führte Loudoneinen Angriff auf diesen Transport aus. so daß nur 200 Wagen ir»Lager vor Ollmütz ankamen, wofür er von Maria Theresia zumFeldmarschall-Lieutenant erhoben wurde. Als hierauf die Preußenvon Ollmütz abzuziehen gezwungen waren, und Loudon den Nach-trab so sehr beunruhigte, ward Friedrich dergestalt böse auf ihn, daßer ihn cirlstcns mit einer großen Uebermacht angriff, ihn zwischenzwei Feuer brachte und vielleicht ganz aufgehoben hätte, wäre Lou-don nicht noch durch seine gewöhnliche Schlauheit zur rechten Zeileinkommen. Den Plan zu dem berühmten, hieraus folgenden Ue-verfall bei Hochkicchen, schreibt man allgemein Loudon zu, undeben so viel Antheil hatte er an der siegreichen Ausführung dessel-ben. Er verfolgte den geschlagenen und geschwächten König vonPreußen mit solcher Klugheit, daß Friedrich selbst gestand, daßsein Rückzug einer beständigen Schlacht geglichen habe. A-s die Ar-mee hierauf die Winterquartiere bezog, ernannte Maria TheresiaLoudon zum Großkceuz des Theresia-Ordens und erhob ihn in denReichefreiherrn - Stand. In dem neuen Feldzuge von 175g fandLoudon, auf den, als auf seinen glücklichsten Gegner, der KönigFriedrich dergestalt erzürnt war, daß er ihn, der doch als Feldinar-schall-Lieutenant ein Corps von 18,000 Mann commandirte, nochimmer einen Parteigänger nannte, Gelegenheit, sich in der Schlachtbei Kunnersdorf zu rächen. Schon hatte Friedrich diese Schlacht ge-gen die Russen gewonnen, schon hatte er allenthalben hin Sieges-bothen abgesandt, als Loudon, der bis dahin ruhig gestanden, de»Alliirten seiner Monarchin zu Hülfe kam, und durch Muth undKlugheit den Sieg für die Oesterreicher entschied, obgleich die preu-ßische Tapferkeit alles that, den errungenen Lorbeer sich nicht ent-reißen zu lassen. Er verfolgte die preußische Armee, und selbsteiner ihrer eigenen Offiziere, Lempelhof, sagst, daß er die preußi-sche Armee nie in einem solchen Zustande gesehen hab;. Die russi-sche Kaiserin Elisabeth machte dem glücklichen Loudon einen golde-nen mit Brillanten besetzten Degen zum Geschenk, und MariaTheresia erhob ihn zum Feldzcugmeister. Für den Feldzug von 1760erhielt er das Kommando der g6,ooc> Mann, welche dazu bestimmtwaren, im preußischen Schlesien zu operircn. Er reisete also nachDresden zu Daun, um diesem die Pläne vorzulegen, nach welchener in diesem Feldzuge seine Unternehmungen einrichten wollte.Nachdem er noch in diesem Frühjahre zur Belohnung seiner Dien-ste das Infanterie-Regiment Woifenbüttel erhalten hatte, rückte«r in Schlesien ein und ließ sich, dem Scheine nach, gutwillig auseinem von ihm besetzten Posten vertreiben, griff diesen aber balddarauf unerwartet und mit Muth und Entschlossenheit an, undschlug die Preußen völlig aufs Haupt. Fvuquet, der Commandeurderselben, wurde verwundet und gefangen. Durch diesen Sieg