822 Ludwig XVI.
Dieser große Wort zerriß wie ein Blitzstrahl den dunkeln Schleie«der Ankunft. Die Ration hörte es mit Jauchzen; der Hof zitterte.Ludwig wagte ein ill.it ck« justioe; aber das Parlcmcnt erklärte eifür ungültig. Nach Lacretelle war «in Ealembourg der Funke,welcher diese Mine zündete, die den Thron umstürzte, weil die ver-dorbene , durch Ideen und Leidenschaften aufgeregte, durch Haß mitVerachtung erbitterte, durch den Anblick vielfacher Noth zur Wer,zweiflung gebrachte und durch Rordamerica für die Freiheit begei-sterte Masse der Nation Aiel und Maaß zu halten unfähig war(s. sranz. Revolution). Der König verwies das Parlewentnach Lroycs. So war der Krieg zwischen dem Throne und der Na-tion erklärt. Die Regierung hatte damals auch bei dem Kampfe derholländischen Patrioten mit dem Erbstatthalter im I. 1787 ohneWürde gehandelt: dadurch verlor sie ihr Ansehen in Frankreich. DerKönig selbst zeigte gegen seine^ nächsten Umgebungen, die sich wiez. B. der Düc de Coigny, in die Einschränkungen des Hofstaatesnur mit dem größten Widerwillen fügten, eine an Schwachheitgrenzende Gutmüthigkeit. Die Partei Orleans arbeitete insgeheimund öffentlich dem Minister Lomenie de Brienne entgegen. Manunterhandelte endlich mit dem Parlemente. Es kam zurück. Dochder Herzog von Orleans reizte dessen Widerstand von neuem auf.Die Schritte wurden seit dem rg. Nov. 1787 auf beiden Seitenimmer gewaltsamer; in Bretagne brach im Juni 1788 die Empö-rung aus; der Adel und die Officiere des Regiments Baffigny wag-ten es daselbst zuerst, die Waffen gegen die Befehle des Königs zuführen. Selbst die Geistlichkeit forderte ungestüm die Bkrufungder Stände. Ueber die verderblichen Intriguen der Royalisten über-haupt geben Besenvals und Molleville's Memoiren Aus-schluß. Der schwache, in allen seinen Plänen gehinderte Prinzipal-minister Brienne ging ab. Necker trat im I. 1788 ais Directorder Finanzen in den Staatsrath ein, mit der eiteln Ueberzeugung,alles retten zu können, indem er alles aufs Spiel setzte. Der Königbewilligte dem dritten Stande die doppelte Repräsentativ», so daßer an Zahl den beiden andern Ständen gleich war. Der Reichstag,welcher endlich den Thron der Bouröons umstürzte, ward eröffnetden 4. Mai 1789; fünf und zwanzig Jahre vor der Wiederherstel-lung ! Mitten unter dem Parteienkampfe der Privilegirten und derneuen Theorie«», stand der König fromm und. schüchtern, verlassenund allein. Er suchte einzig nur das Gemeinwohl mit redlichemWillen. Um ihn her schwankte alles.; wie sollte er Festigkeit zeigen.Die Demokraten haßten ihn als König; die Emigranten und die inFrankreich zurückgebliebenen Aristokraten hielten ihn für untauglichzur Regierung. Er selbst brachte dem Staate gern die größtenOpfer, sogar solche, die seine persönliche Sicherheit in Gefahr setz-ten, z. B. die Entlassung seiner Leibwache. Die Tage des 11., w.und 14. Juli 1789; die Nacht des 4. Augusts, der gräuclvolle S. und6. Oktober; die Flucht des Königs den 21. Juni 17Z1, wo Ludwigunentschlossen, Gewalt zu brauchen, Bouillö's Plan zu seiner Ret-tung selbst vernichtete und zugleich durch die zurückgelassene Erklä-rung an seine Unterthanen die öffentliche Meinung gegen sich aus-brachte; die Annahme der Eonsti/ution, den 14. Gepr. 1791, welcheihn für unverletzlich erklärte; der Angriff des Pöbels von Paris aufden königlichen Pallast den 20. Juni 1792, wo Ludwig eben sostandhaft als würdevoll unbefangen die Forderungen der wilden
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