Ludwig ^Vlll.
chie zu entreißen, Vollmachten durch den Prinzen von Condä ein- der
härlbigen. Er schrieb selbst an ihn, aus Riegel (?) den 24. Mai sah
175,S. Dieser Brief ist ein Beweis der großen Achtung und des ritt
vollsten Vertrauens, das er zu diesem „tapfern, uneigennützigen ijch
und bescheidenen" Feldherrn hatte, von dem er damals glaubte, selb
„daß ihm die Ehre der Wiederherstellung der französischen Monar- An
<hie vorbehalten sey." Das condesche Corps, bei welchem der Her- All
zog von Berry ein in russischen und dann in englischen Sold genom- der
inencs adeliges Kavallerieregiment seit dem I. 179z commandirte, seir
wurde durch die Ereignisse aufgelöset. Rußland wies ihm in Voll- nar
Hymen Wohnplätze an. Die Prinzen des Hauses Bourbon nahmen Pe
hierauf nur aus der Ferne, oder mittelbar an den spätern Begeben- der
hciten vergeblichen Antheil. Denn erst nach -5 Jahren sollte der hat
Kreislauf der Revolution geschloffen seyn; und Frankreich wieder Ta
auf den Punct gestellt werden, von welchem es 17K9 ausging. Lud- diweg XVIII. blieb bis zur Entscheidung des letzten großen Kampfes im
in England, wo er zu Hartwell in Buckinghamshire sehr einfach me
lebte, und sich hauptsächlich mit politischen Studien beschäfftigte, so ihr
daß Unglück und Erfahrung, vorzüglich aber die Kenntniß der brit- Heu
tischen Verfassung, seine frühern Ansichten berichtigt, und ihn für Z>-
die bessern Ideen unserer Zeit empfänglicher gemacht haben könne». w.i
Daß er die Liebe der Franzosen verdient, beweisen mehrere Züge 4.
von Milde und Gutmüthigkejt. So erließ er bald nach dem U»- bei
glücke des französischen Heeres in Rußland an den Kaiser Alexander la>
ein Schreiben, in welchem er die in Kriegsgefangenschaft befindliche» sti
Franzosen, als seine Kinder, der Graßmuth dieses Monarchen e»>- Ur
pfähl. Auch feierte er die Siegcsfcste in England nicht mit, weil tix
er die umgekommenen Franzosen nur betrauern konnte. Als die Ijd
Verbündeten in Frankreich eingedrungen waren, begab sich der Graf la
von Artois den 2. Februar 1814 nach Basel. Sein ältester Sohn, in
der Däc d'Angvuleme, war zu Wellingtons Armee abgegangen; du
der jüngere, Düc Le Berry, wollte zu gleicher Zeit von Jersey a«< M
nach der Westküste Frankreichs übergehen, was ihm aber ein Prie- S
ster widerrieth. Sie machten einen von Ludwig XVIII. an die Frau- ha
zosen, aus Hartwellhoufe in Buckinghamshire, den 1. Febr. iZ -4 Di
erlassenen Aufruf bekannt, welcher zuerst in Guienne, dann, selbst «n
in Paris, eine Partei bewog, sich für die BourbonS zu erklären, se,
ohne welche Partei, wie das MonrAIz- iVisAsrins, Junius R
nicht unwahrscheinlich behauptet, die Verbündeten schwerlich in Pa- fis
ris eingedrungen seyn würden. Denn der König versprach in jenem ga
Aufrufe volle Amnestie des Vergangenen, Beibehaltung der Wer- td
waltungs - und richterlichen Behörden, Fortdauer des eingeführte» »z
Gesetzbuchs, mit Ausnahme der Gesetze, welche Religignslehrcn z»> E
wider wären, Schutz den neuen Eigenthümern gegen gerichtliche Lv
Klagen der alten, der Armee alle ihre Rechte, Titel und Sold, Ui
dem Senate Gewähr seiner politischen Rechte, Vernichtung der Con- di
fcription, und für sich und seine Familie jedes Opfer, das zur S
Ruhe Frankreichs beitragen könnte. Aber ohne die Siege der Wer- In
bändeten und Napoleons Starrsinn bei den Unterhandlungen zu P
Chatillcn würden diese Proklamation und ähnliche, die von den A
Prinzen, z. B. vom Herzog von Angouleme, aus St. Jean de L»; M
den ir. Fedr. erlassen wurden, dennoch keinen entscheidenden Erfolg de
gehabt haben. Bald nach der Aushebung jenes Friedrnscrnzrrffes- B
den ,g. März, traf der Graf von Artois in Nancy ein, wo ih" ru