Ludwig XVIII. 829
ein- der Beifall des Volk« empfing. Der Herzog von Angouleme aber
Mai sah zuerst auf französischem Boden, in Bordeaux, den 12 . März die
> des xjlien der Bourbvns vor sich aufpflanzen. Doch erhielt die öffent-
tzigen liche Meinung in Frankreich, nach -üjähriger Verwirrung einer
lubte, Ubstständigen weisen Richtung nicht mehr fähig, ihre feste Rrch.
onar- ging auf das, was heilbringend war, erst bei dem Einzüge der
Her- Mjjrten in Paris durch die öffentliche Erklärung des Kaisers Aleran-
uionn der den 3». März, daß man nicht mit Napoleon oder einem Gliede
bitte, seiner Familie unterhandeln wolle. Xus dieses kaiserliche Wort er-
Boll- nannte der Senat eine provisorische Regierung unter Lalle yrand
hmen Perig 0 rd' s, Prinzen von Benevent, Vorsitz, welche das Decret
eben- der Absetzung Napoleons, die der Senat den 2 . April beschlossen
e der hatte, den 3 . April gesetzlich anssprach, und den 7 . April schon den
ueber Tags vorher angenommenen Constitutivnsentwurf, nach welchem
Lud- die Bourbons auf den Thron zurückberufen wurden,
apfti im Msnitcur bekannt machte. Dr« Armee hatte hierbei keine Stim-
»fach nie; sondern die mit Napoleon unzufriedene Partei in Paris, an
e, s» ihrer Spitze der vom.Jmperator beleidigte, scharfsichtige Talleyrrnd,
brit- hatte im Namen aller ehrlichen Leute in Frankreich durch seinen.
1 für Schritt die an Ludwig XVI. verüble Blutschuld von der Ration ab-
men. wälzen. und sich und Europa den Frieden geben wollen. Schon am
Züge April übertrug ein Senatsdecret die Generalstatthalterschoft an
Uu- den Grafen von Lrtois bis zu dem Zeitpuncte, wo Ludwig Stsnis-mber laus Xaver, welcher auf Frankreichs Thron berufen sey, die Con-uche» fiitutionsurkunde Frankreichs angenommen habe. Ahcr eben dieseem- Urkunde, in welcher unwürdige Senatoren zu voreilig und selbstsüch-weil tig ihre Vortheile bedacht hatten, widersprach zugleich der Lffent-
> die üchc» Meinung und dem folgerechten Monarchismus. Dadurch ge-
Gmf lang es dem König, daß er die Urkunde selbst verwerfen konnte,
iohn, indem er die wesentlichen Grundsätze derselben bekräftigte, und sich
gen; die Abfassung der Haupturkunde vorbehielt. Dieser Sieg der allen
srs Monarchie über die Revolution ist einer der größten, den je die
Prie- Staatskunst über eine Nation, wie die französische ist, erkämpft
stau- hat. Aber freilich war auch die äußere Lage dazu äußerst günstig.
i3>4 Desto schwieriger war es, diesen Sieg späterhin zu rechtfertigen,
selbst «nd die neueste Zeit nicht bloß mit der jüngst vergangenen des Kai-ären, scrthums, sondern auch mit der alten Zeit der sorurtheilsvollen
8>4, Royalisten zu versöhnen. Jeder Unbefangene, der die neue franzö-
Pa- fische Regierung in der allmählichen Lösung dieser schwierigen Auf-
enem gäbe beobachtet, wird ihrer Weisheit, Milde und Klugheit Gcrech-
Ver- tigkeit wiederfahren lassen. Indeß darf man nie vergessen, daß der
Mn »5jährige Gewittcrsturm die Nation von einem großen Theile ihrer
i zu- Elektricität entladen hat; was daher Ludwig XVIII. gelingt, mußte
tliche Ludwig XVI., Türgot und Malesherbss mißlingen. Eine gedrängte
?old, Uebersicht derRegierungsgeschichte Ludwigs XVIII. wird
Lon- dieß zeigen. Schon der Graf von Artvis sprach in der Audienz des
zur Senats und des gesetzgebenden Körpers am i3. April den wesent-
Vcr> lichen Inhalt der Constiturion aus, mit Weglaffunz der anstößigen
1 zu Puncte. Eine seiner wichtigsten Regierungshandlungen war der
den Abschluß des allgemeinen Waffenstillstandes mit den verbündeten
; Luz Mächten, den aS April. Damit stand in Verbindung die Vermin,
cfolg derung der Marine und der Landmacht, und Alles, was zur ersten
-sses, Beruhigung des durch den erzwungenen Aufstand in Masse in Auf-
> ihr rühr gebrachten Staats Körpers dienen konnt«. Jetzt verließ Sud-