Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Lustrum Luther 8 s/

met, als zu einer, welche nicht geathmet hat, beruht; auch ein:andere, von dem Umfang des Brustkastens vor und nach der Re-spiration , allein diese sind verwickelter, mühsamer, und doch un-sicherer als die erstere. H.

Lustrum bedeutet eigentlich die feierliche Reinigung oberWeihung des römischen Volks vermittelst eines Sühnopfers (vacri-Lciuin lustvoio), welche jedesmal nach geendigtem Census vorge-nommen wurde. Der Name kann von Iners in der Bedeutungvon -olvere, weil bei dieser Gelegenheit alle öffentliche Pachtun-gen an die Censoren bezahlt werden mußten), oder auch vonlustrnre (aussöhnen, weil nach geschehenem Census das allgemeineSühnopfer für das ganze römische Volk dargebracht ward) abstam-men. Das Opfer bei dieser Feierlichkeit bestand in einem Stiere,einem Schweine und einem Schaafe oder Widder. Der Widderwar dem Jupiter, das Schwein der Ceres und der Stier demMars gewidmet. Die feierliche Handlung selbst nannte manlustrum corräere. Die dabei von dem Censor gesprochene Formelhieß anfänglich: Ct üii inamartales res K.0IUNUN5 ompliorssmelioresguo t'ncorsnt. Nachdem sich das römische Gebiet abersehr vergrößert hatte, wurde das Gebet folgendergestalt verändert:llt rss 6.0NMNS.S perpetuo incoluinss ksrrewt. — Da NUN dießLustrum allemal am Ende eines jeden fünften Jahres angestelltwurde, so bedeutete dasselbe auch eine Periode von fünf Jahren,welches Aeitmaaß von Dichtern oft mit der griechischen Olympiade,welche nur vier Jahre enthielt, verwechselt, ja oft sogar nur fürein Jahr genommen wurde. Auch wird Lustrum zuweilen im All-gemeinen für eine gewisse Periode von Jahren gebraucht.

Lustspiel, f. Schauspiel.

Luther, Martin, der größte Mann des i 5 , Jahrh., wurdeden io. Nov. 148Z von armen Eltern in Eisleben geboren. SeinVater Hans Luther war ein Bergmann und kam späterhin zuMansfeld, wohin er 1484 gezogen, wegen seiner Rechtschaffenheitin den R,ath. Martin wurde von ihm mit Strenge zur Gottes-furcht erzogen und im r4ten Jahre zuerst nach Magdeburg, 1.498aber, weil er hier keine Unterstützung fand, »ach Eiscnach auf dieSchule geschickt, wo er anfangs sein Brod als Currentschuler mitSingen vor den Thüren' verdienen mußte, doch bald zu einer be-mittelten Berwandtin seiner Mutter in Pflege kam. Hier machteer unter der Leitung des Rectors Lreüonigts schnelle Fortschritteim Latein und den Schulwissenschaftcn, so daß er i 5 oi die Uni-versität zu Erfurt beziehen und schon i 5 oZ daselbst Magister wer-den konnte. Um diese Zeit entdeckte er auf der Universitätsbiblio-thek zu Erfrrt eine lateinische Bibel und sah mit nicht geringerFreude, daß sie mehr als die gangbaren Pericopen enthielt. Ob-gleich nach dem Willen seines Vaters dem Rechtsstudium gewidmet,mußte er doch schon durch diese nähere Bekanntschaft mit der Bibel,von der damals auch die Kleriker gewöhnlich nur die evangelischenund epistolischen Texte kannten, der Theologie geneigt werden, undder schreckbare Tod eines jungen Freundes, Namens Alexis , derauf einer Reise von Mansfeld nach Erfurt entweder durch denBlitz oder durch Meuchelmord an seiner Seite umkam, bestimmtelein durch den Druck einer äußerst strengen Erziehung und nieder-beugenden Dürftigkeit ohnehin eingeschüchtertes Gemüth, sich demMoychsstande zu widmen, um durch fromme Uebungen die Selig-