Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
853
JPEG-Download
 

schärsterfocht,md bk-r sei«eß, s«seinUKamsfnflüstk-c grsft' seltk»:e tcei-n ver-tcufli-seinemjenem

I Pri«>griffe»her dieizu gi>ß krie-ch und

, Dor-rt undnd stillachdemeinennd dieu Heu-er sich

II «P>. Beinüths,offenerzu ge-Schwa-ar diean er-n Sei-

> weit-chte eri>e senir abertigste»i aller

ft»?n P«'-le undd Klr-führst

> deut->d nochfünde»s Herrtäglich

Luther 353

noch einige Stunden zu Gebet und Selbstbetrachtung Zeit lassenmußten, war er für jeden Besuchenden zugänglich, half er mitKath und That, wo es Noth war, bekümmerte er sich um jedenArmen, der ihn ansprach, und gab sich mit ganzer Seele den Freu-den der Geselligkeit hin, wo man ihn immer zovialisch, voll vonEinfällen (sie sind in seinen Tischreden aufbehalten), körnigund geistreich in seiner Unterhaltung, und mäßig in seinen Ge-nüssen fand. Dabei blieb er auch der Kunst nicht fremd, seinetrefflichen Kirchenlieder sind bekannt wie seine entschiedene Vorliebefür die Musik, in der er, so oft es nur möglich war, mit Singe»und Spielen auf der Flöte und Laute seine Erholung suchte. Nureine seltene Geistes - und Körperkraft konnte dem Allen gewachsenseyn, und bei einer minder starken Natur wäre ein so thatenrei-ches, müh - und wechselvolles Leben frühzeitig zum Ende geeilt.Zwar hatte Luther schon seit iSLa mit harten körperlichen Leidenzu kämpfen und war in mehpern Krankheiten dem Tode nahe, docherhielt ihn Gott bis ins koste Jahr. Kurz vor der letzten Reisenach Eislebcn, wohl» ihn die Grafen von Mansfeld zur Schlich-tung einer Streitigkeit riefen, schildert er seinen Zustand in einemBriefe: „Ich alter, abgelebter, fauler, müder, kalter und nunauch einäugiger Mann, hoffte doch nun ein wenig Ruhe zu haben;so werde ich aber dermaßen überhäuft mit Schreiben, Reden, Thunund Handeln, als ob ich nie etwas gehandelt, geschrieben, geredtoder gethan hätte. Ich bin der Welt satt und die Welt meiner,wir sind also leicht zu scheiden, wie ein Gast, der die Herbevg quit-tirt. Darum bitte ich um ein gnädiges Stündlein und begehre desWesens nicht mehr." So hatte er im Januar 1646 geschrieben,den 18. Febr. starb er zu Eisleben und wurde in der Schloßkirchezu Wittenberg begraben. Seine zärtlich geliebte Frau hinterließer mit 4 Kindern in Armuth, und mit Martin Gottlob Lu-ther, der 17S9 als Rechtsconsulcnt in Dresden starb, erloschseine männliche Nachkommenschaft. Sein Name aber kann nichtverlöschen, so lange das Evangelium auf Erden gilt und die Wahr-heit noch Freunde hat. Wider seinen Willen wird seine Parteinach ihm die lutherische genannt, wider seinen Willen hat sie dieKriege geführt, die gleich nach seinem Tode ausbrachen, Deutsch-land in zwei Jahrhunderten verwüstet und den Verein des deut-schen Reichs aufgelöset haben. Luther rieth so lange er lebte zumFrieden und erhielt ihn- er achtete es für Frevel, mit menschlicherGewalt verfechten und durchsetzen zu wollen, was Gottes Sacheist, und wirklich hat durch So Jahre des Werdens und Wachsensder Reformation sein unerschütterlicher Glaube mehr dafür gethan,als alle Kriege und Traktaten nach ihm. Die Umsichtigkeit eini-ger pragmatischen Geschichtschreiber ist bemüht gswesen, eine Mengevon äußern Umständen aufzuzählen, welche die Reformation her-beigeführt haben würden, auch wenn kein Luther erschienen wäre.Wir halten uns an das, was wirklich geschehen ist, und findendie Grundbewegkraft des größten aller deutschen Werke in demCharakter, den Eramer in seiner Lde „Luther" also zeichnet:

Nie hat er geheucheltMit Glauben seine freie Brust gestählt,

Hat keinen, Fürsten je um Schutz geschmeichelt.

Das, er ein Mensch war, nie verhehlt.

War Vater,, Mann und Freund und Unterthan,

Der Armen Tröster; ging die hohe BahnLrs himmlischen Gebots mit festem Schritte,