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Lützow 855
bürg an der Saale, die biedern Altmärker und Mecklenburger, dieEachsen und Bayern, die ihr Vaterland früher erkannten als ihreKönige und Landsleute, und wie die Holländer aus den feindlichenReihen herübcrtraten. An Heister Wuth aber übertrafen Alle dieEpanicr; nur die Tyroler, geführt von Riedl und Ennemoser, einstHafers und Spcckbachers Gefährten, kamen ihnen an glühenderRache gleich. Beim Rückzug der Heere nach der Lützner Schlachtwar ein Theil der Fußjäger, der in Leipzig gestanden, nach Schle-sien zurückgegangen. Dadurch waren Iahn, Reit und andere Füh-rer von Lützow getrennt, welcher, durch den allcsumfassenden Frie-sen , der später bei Vercul von französ. Bauern getödtct wurde,und den allesbegeisternden Körner (s. d. Art.) noch mehr fortgezo-gen, mit der Reiterei über die Elbe und Saale ging, währendder zurückgebliebene Theil des Fußvolks unter der Führung desMajors von Petersdorf in unruhiger Thatenlosigkeit an der Elbeauf- und abschwärmte. Die Hoffnung, am 7. Juny rgr? vereintmit Woronzow und Ezernitfcheff Leipzig siegreich zu besetzen, wurdedurch den Waffenstillstand vernichtet. Hiermit ging die Freischaarihrer frühern Idee nach unter. Dazu kam das Unglück, daß dieReiterei während des Waffenstillstandes durch Treulosigkeit beidem berüchtigten Ueberfall der Würtemberger unter Normann zuKitzen fast ganz aufgerieben wurde. Nach dem Waffenstillständewaren die Lützower stärker als vorher, versehen mit Reiterei undschwerem Geschütz, beinahe 4000 Mann. Auch jetzt wurde da«Eorps nicht zweckmäßig verwendet. Es kam unter den Befehl desGenerals Wallmoden, der durch die Umstände genöthigt war, mehrbeobachtend als handelnd, mehr abwehrend als angreifend zuWerke zu gehen. Der Ruhm der Tapferkeit, öfter noch der kühnenVerwegenheit, wurde den schwarzen Jägern in vielen kleinen Ge-fechten zu Theil, die an der Elbe und Weser gegen bedeutende Ue-bermacht geliefert wurden, aber Großes konnte um so wenigerausgeführt werden, als das Corps beständig getrennt war. Erstim December sammelte es sich wieder in Boitzenburg. Der Gene-ral v. Bülow rief es jetzt nach Holland. In Eclle trafen dieLützower auf die schwedische Armee, und der Kronprinz von Schwe-den wählt« sie zu seinem Vortrabe, eine Auszeichnung, die fürdenRuhm, der in Frankreich zu gewinnen war, keinen Ersatz gab.Lützow, kaum genesen von seinen schweren Wunden, fühlte diedrückende Lage der Seinen vor Hambnrg und Glückstadt; er be-urlaubte sich mit einem Theil der Reiterei, mit dem Versprechen,die klebrigen bald zu sich zu rufen. Bei dem Rückzüge des Blü-cherschen Heers führte er Aufträge an St. Priest, die ihm Blüchergab, mit Muth und Einsicht aus. Besorgt, eine Abtheilungpreußisches Geschütz zu decken, verweilte er sich und fiel mit seinerkleinen Macht den Bauern in die Hände. Er verlor viele seinerLeute und wurde, schwer verwundet, selbst nur durch die selteneEhrlichkeit eines französischen Landmannes vom gänzlichen Unter-gänge gerettet. Am Ende des Januars brach der andere Theildes Corps, unter der Führung der Hauptmanns v. Helmenstreitvom baltischen Meere nach dem Rhein auf. Reue Befehle desKronprinzen schickten die leichte fliegende Gchaar vor die FestungJülich, wo sie mit iZooMann, so weit war ihre Iaht geschmolzen,drei Wochen lang gegen die täglichen Ausfälle eines sechsfach stär-ker» Feindes streiten mußte. In Laon kam sie zu spät an, u»