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Fünfter Band. Von I bis L.
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866 Lydia Lyon

dem Geschlechte der Atyaven war die bekannte Omphale, mit derren Sohne Alcäus das Geschlecht der Hcraclidcn anging. NachHerodst jedoch war Argon, der Enkel des Cleolaus, den Herkulesmit einer Sklavin der Omphale gezeugt haben soll, der erste he-raclidische König über Lydicn. Diese Linie fing um die Zeit des tro-janischen Krieges a» zu regieren, und erlosch 500 Jahre nach dem-selben mit dem Könige Candaulcs. Dieser war so sehr in seineGemahlin verliebt, daß er gern die ganze Welt von der Schönheitderselben überzeugt hätte. Besonders sollte jedoch sein GünstlingGyges davon urtheilen können, und deswegen verschaffte er ihmGelegenheit, die Königin beim Schlafengehen nackend zu sehen.Diese hatte den Betrug entdeckt, und ließ nun am andern Lagedem Gyges die Wahl, entweder seine Verwegenheit mit dem eige-nen Tode zu büßen, oder vielmehr ihren Gemahl zu tödten, unddann an ihrer Seite über das Königreich zu herrschen. Zwarsuchte Gyges die Königin von ihrem grausamen Vorhaben abzu-bringen; indessen vergebens. Er ermordete also (718 v. Chr.)den König im Schlafe, heirathete die Königin und bemächtigte sichdes Reichs. Die Lydicr wollten sich zwar empören, er aber thatden Vorschlag, das delphische Orakel entscheiden zu lassen. Dadieses die neue Regierung bestätigt hatte: so verehrte er demsel-ben aus Dankbarkeit ein außerordentlich kostbares Geschenk,bei welchem sich allein sechs goldene Lrinkschalen, zo Talente anWerth, befanden. Nach andern soll Gyges als Hirt in einer un-terirdischen Höhle einstens einen Zauberring gesunden, und dieserdie Kraft gehabt haben, sobald man den Stein desselben einwärtskehrte, den Besitzer desselben unsichtbar zu machen. Mit Hülfedieses Ringes habe nun Gyges die Umarmungen der Königin ge-nossen und seinen Herrn ermordet. Gyges gründete nun die neueLinie der Mcrmnaden, mit deren letztem Fürsten Crösus ( 36 a v.Chr.) das Indische Reich unterging. Mit Crösus kam Lydien anPersien, und durchlief mit diesem eine Reihe von Revolutionen,die am Ende das persische Reich selbst stürzten. Endlich bemäch-tigte sich Philetärus, Schatzmeister des thracischen Lyfimachus Ly-Liens, und schlug es (238 v. Ehr.) zu seinem neuen Reiche Pergamus.Nach Attalus, des letzten Fürsten dieses Stammes, Tode, verei-nigten die Römer Pergamus und alle dazu gehörigen Nebenländermit ihrem Reiche. In der Folge eroberten es die Türken, undjetzt gehört es zur Statthalterschaft Anadoli.

Lyon, ehemalige Hauptstadt des Gouvernements Lionnois,während des Kaiserkhums Hauptstadt im Departement der Rho-ne, und nach Paris die wichtigste Stadt in Frankreich, liegt amZusammenflüsse der Rhone und Saone, welcher letztere Fluß durcheinen Theil der Stadt fließt. Sie hat meistens enge Gassen, dochviele schöne Plätze und prächtige Gebäude, sechs Thore und vierVorstädte. Der Erzdischoff war Primas über die vier Erzbistü-mer Lyon, Tours, Sens und Paris. Er hatte 6 Bischöfe und941 Pfarrer in seinem Sprengel. Die Domherren führten denTitel Grafen von Lyon. Alle diese Vorzüge endeten durch die Re-volution. Seit 1801 stehen unter dem Erzbischofe von Lyon dieBischöfe von Mcnde, Grenoble, Valence und Chambery; sein bi-schöfflicher Sprengel verbreitet sich über die Departements derLoire, Rhone und des Ain. Die Zahl der Einwohner war vorder Revolution lfio,ooo, nach derselben >8o- aber nur rsg,Zoo.