Band 
Sechster Band. M und N.
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Macchiavelli 7

wickelt wurden, wo es die höchste Klugheit in politischen Unterhandlun-gen und die größte Zuverlässigkeit auf den republikanischen Sinnder Unterhändler erfodcrle, die wiedergeben»? Republik gegen dieMacht der Feinde, und der Freunde selbstsüchtige Treulosigkeit zuvertheidigen, da wurde Niccolo Macchiavelli von einem wichtigengesandtschaftttchen Posten zuin andern berufen. Das hierdurch er-klärte Urtheil der Republik über ihren Secretär bedarf keines wei-ten» Commentars gegen die unaründlichen Ansichten Neuerer. Vonigoo —1511 war er vier Mal Bevollmächtigter der Republik bei demfranzösischen Hofe. Dieselbe Stelle hatte er 15c« und 1503 im La-ger von Pisa und 1504 beim Duca di Balentino. izoz und 1506 warer Gesandter am päpstlichen Hofe; auch beim Kaiser Maximilianbekleidete er die nämliche Würde. Mehrere andere Gesandtschaften,welche nicht mindere Redlichkeit und Umsicht crfoderten, übergehenwir mit Stillschweigen. D:e Republik erkannte Macchiavelli's großeVerdienste, belohnte sie aber nur kärglich. Ost hatte er nichts alsdie Unterstützung sehr beschränkter Bermögensuinstände; bisweileninußts er die Signoria mit Bitten angehen, ihn aus der Dürftig-keit zu reißen. Armuth war aber in jeder Zeit das Kennzeichenredlicher, dem Staate mit aufrichtiger Treue dienender Männer.Von höchstem Nutzen waren der Republik seine Rathschläge, als sichdie Bewohner von Vsi cii Llli»»»- empörten. Überhaupt beweisennach dem Zeugniß eines neuern gelehrten Florentiners die vielenBriefe, welche von ihm in den florentinischen Archiven aufbewahrt-werden, daß folgende die vorzüglichsten Maximen seiner politischenRathschläge waren: Fried- und freundschaftliche Auseinandersetzun-gen, strenge und durchgängige Gercchtigkeitspflege, das Volk mög-lichst schonende Abgaben und sorgsame Berücksichtigung selbst der ge-ringfügigsten Umstände, wenn sie in irgend einer Beziehung zu denöffentlichen Angelegenheiten standen. Auch in militärischer Hinsicht(hatte er gleich, so viel uns bekannt, niemals unmittelbaren Antheilan einem Gefecht genommen) »var die Republik so fest von derGründlichkeit seiner Einsichten überzeugt, daß sie im Kriegswesenvor allen seinen Rathschlägen folgte, und unter andern ward nachseiner Angabe eine toscanische Legion gebildet, welche sich späterunter Johann von Medicis Anführung auf das rühmlichste auszeich-nete. Als es dein Papste Julius gelang, die französische Ober-herrschaft in Italien zu brechen, suchte Ludwig XII., um sich andem Papste zu rächen, ein Concilium in Italien zu Stande zubringen und verlangte, daß die Florentiner selbigem Pisa öffnenmöchten, das, wie aus der gleichzeitigen italienischen Geschichte be-kannt ist, damals wieder unter slorentinische Oberherrschaft hattezurückkehren müssen. Der Secretär fürchtete die kölnischen Bann-strahlen und rieth, jenen Antrag abzulehnen. Macchiavelli gingselbst in dieser Absicht als Gesandter an den König ab; allein ver-geblich. Nach seiner Rückkehr wurde er nach Pisa gesendet, umdas Concilium zu beobachten, und wo möglich, dessen Auflösungzu bewirken. Nichts desto weniger war der Papst so erzürnt über jenenunwillkürlichen Fehltritt der Florentiner, Laß er in Vereinigungmit den Aragvnescrn ihnen die Freiheit raubte und die Mediceerwiedereinsetzte. Da Macchiavelli es »var, welcher durch That undWort unermüdlich für die Republik zu wirken bemüht gewesenwar, so hatte der Mediceer Lorenzo, welLer die Diktatur überFlorenz übernahm, nichts angelegentlicheres als ihn, krast öffentli-