Band 
Sechster Band. M und N.
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12
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12 Macedonien

Nordwcsten aber machte der See LychnitiS (Ächrida) die GränztMacedoniens gegen Jllyrien. Philipp erobert- jene -Halbinsel undalles Land bis zum Flusse Neffus (Kara Soa) und dem Rhodope-Gebirge, ferner das Land der Päonier und Jllyrier jenseit des Seeskychnitis. Seiner größten Ausdehnung nach erstreckte sich also Ma-cedonien vom Gebirge Orbelos (Cumonizza) bis an die cambuni-schcn Gebirge, den Pindus und Olymp und wieder vom Flusse Res-sus und dem ägeischen Meere bis zum ionischen, wo der Drino dieGränze machte. Die Provinzen waren ihrem Namen nach größten«theils schon vor Herodots Zeiten bekannt. Zu Philipps Zeiten wa-ren deren neunzehn. Die Römer theilten das Land in vier Striche:den östlichen am Strymon und Nestus, Hauptstadt Amphipolis; dieHalbinsel, Hauptstadt Lhessalonica; den südlichen über Thessalien,Hauptstadt Pella; und den nördlichen, Hauptstadt Pelagonia. - Jl-lyrien trennten sie davon. -— Macedonien wurde eigentlich durchzwei Bölkerstämme besetzt, durch die Thracier, zu denen die Päo-nier und Pelagonier gehörten, und durch die Dorier, zu denen sichihrer Sprache und Lebensart nach die Macedonier bekannten. Pli-nius spricht von 15a verschiednen Völkerschaften, die in ältesterZeit das Land bewohnt haben sollen; wovon aber keine Nachrichtenzu uns gekommen sind. Die Einwohner Macedoniens wurden ehercultivirt als die übrigen Griechen, welche sogar von ihnen lernten,in der Folge aber blieben sie so weit hinter selbigen zurück, dassdiese sie zu den Barbaren rechneten. Sie waren in mehrere kleineStaaten getheilt, welche mit den Jllyriern und Thraciern unauf-hörlich Krieg führten, bis Philipp und Alexander einem dieser Staa-ten das Übergewicht über die andern gaben und ihn zum mächtig-sten der Welt erhoben. Ohne diesen Staat genau zu kennen, wis-sen wir nur, daß seine Regierunqsform eingeschränkt monarchischwar, daß er lange klein und ohnmächtig blieb, den Jllyriern, Thra-ciern und Persern Tribut zahlte und den Atheniensern seine See-häfen zu Handelsniederlagen überlassen mußte. Die Reihe seiner-Könige fangt mit dem Herakliden Caranus an, wird aber erst mitPhilipp für die Geschichte wichtig. Dieser wußte die Kräfte desLandes und seine kriegerischen Bewohner sowohl zu benutzen, daß exdas unter sich uneinige Griechenland seiner Herrschaft unterwarf.Sein noch größerer Sohn Alexander besiegte Asien und erhob Ma-cedonien auf eine kurze Zeit zur Beherrscherin der halben Welt.Nach seinem Tode sank Macedonien von seiner Höhe herab. Dieungeheure Monarchie, die jener durch mehrjährige Eroberungen ge-bildet hatte, wurde zerstückelt, Macedonien erhielt seine altenGränzen und verlor sogar nach einigen Kämpfen seine Herrschaftüber Griechenland, Den Anlaß dazu gab das Bündniß, das Phi-lipp II. während des zweiten punischen KriegS mit Karthago ge-schloffen hatte. Die Römer verschoben damals ihre Rache, ohne sieaufzugeben. Die Gelegenheit, sie auszulasten, gab die BelagerungAthens durch Philipp. Diese Stadt rief die Römer zu Hülfe,Welche sogleich gegen Macedonien den Krieg erklärten. Philippwurde genöthigt, um Frieden zu bitten, und mußte, ,,m ihn zuerhalten, seine Schiffe ausliefern, seine Truppen auf 500 Mann re-duciern und die Kriegskosten bezahlen, Macedonien stand schon jetztgleichsam unter dem Schutze der Römer, unter Philipps Nachfolger,Perseus, aber wurde es eine Provinz derselben. Der entscheidendeSieg bei Pydna, den Ä>mli«ß Paulus über den Perseus erfocht,