Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
13
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Macenas iz

»oAendete die Unterjochung derselben. Gereizt durch die Bedrückun-gen der Römer machte der makedonische Adel einen nochmaligen Ver-such, sich von dem verhaßten Joche zu befreien. Die ganze Nationstand unter Andriscus auf, wurde aber nach einem langen Kampfedurch Q. Cäcilius Macedonieus abermals besiegt. Jetzt zwang derrömische Senat den Adel des Landes zur Auswanderung.

Mäcenas (C. Cilnius), der bekannte Günstling Augusts undGönner des Birgil und Horaz, leitete seine Abkunft von den alten«truscischen Königen oder Lucumonen ab. Er ist bis auf den heu-tigen Lag von den Gelehrten aller Zeiten mit Lobsprüchen undVerehrung genannt worden. Sie schildern ihn cllä das Muster allerRegenten- und Minister-Tugenden und als den erhabensten Be-schützer der Wissenschaften, ohne eins ganz richtige Vorstellung vonseinem Charakter und von der Rolle zu haben, die er unter Augustspielte. Mäcen war kein Staatsmann oder Minister, sondern eininniger Freund des Octavius; öffentliche Ämter bekleidete er nie,denn selbst die Präfeetur über Rom und Italien, die er nach demSiege bei Actium auf einige Zeit verwaltete, war nur eine Privat-commission. Er begnügte sich stets mit dem Ansehn, das ihm seinpersönliches Verhältniß zu Augustus gab. Eben so scheinen auch dieVorstellungen, die man von ihm als Beschützer der Gelehrten hat, unddie seinen Namen zu einem Ehrentitel gestempelt haben, sehr über-trieben zu seyn. Daß er Dichter, witzige Köpfe und Gelehrte allerArt (wenn sie gute Gesellschafter waren) an seinen Lisch zog, ihrenUmgang suchte, und sie gelegentlich dem August empfahl, das hattezunächst einen politischen Grund, denn er erwarb dadurch dem Au-gust selbst Freunde und verbreitete dessen Ruhm; außerdem aber,was that er mehr, als was noch jetzt ;eder Reichs und Vermögendethut, den Neigung und Laune für einen solchen Umgang empfäng-lich machen? Allerdings schenkte er dem Horaz ein Landgütchen,wirkte ihm Verzeihung und Freiheit aus, und verhalf Wirgilen zudem Seinigen; aber für einen Mann, den Augustus unermeßlichreich gemacht hatte, war das Geschenk an Horaz eine Kleinigkeit,und Virgil verdankte ihm nicht mehr) als gerade nur Gerechtigkeit.In dem allen that Mäcen nicht mehr als was hundert Große vor undnach ihm gethan haben. Mäcen besaß keine großen Eigenschaften.Desto mehr verdankte er dem Glücke, das ihn gerade in die Um-stände versetzte, worin er sich am meisten geltend machen konnte.Sein größtes Verdienst war, diese günstige Lage klug benutzt zu ha-ben. Fern von starken Leidenschaften und Ehrgeiz, wie Wielandseinen Charakter schildert, mit feinen Sinnen und Hellem Kopfe be-gabt, klug und kaltblütig genug, um alles, was er that, recht undganz zu thun, sanguinisch genug, um vor keinen Schwierigkeiten zuerschrecken und sich immer einen guten Erfolg zu versprechen; aberdoch zu bequem und wollüstig, um Geschäfte zu lieben und zu su-chen, wenn es nicht nothwendig war; angenehm von Person, jovia-lisch im Umgänge, mit einem guten Theil Gefälligkeit und Bon-hommie; geneigt, über Andre zu scherzen und über sich scherzen zulassen; oft auf eine angenehme Art höchst sonderbar in Kleinigkei-ten, aber desto gründlicher in wichtigen Dingen; fein und geschmei-dig, um Andre zu seinen Absichten zu gebrauchen; geschickt, jedenMenschen zu benutzen; behutsam in der Wahlseiner engern Freunde,aber treu und standhaft, wenn er gewählt hatte, und im Nothfalljeder Aufopferung fähig -- alle diese Eigenschaften machte» iin,