Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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6 Magie (natürliche) Magister

Krankheiten zu bewirken, oder zu vertreiben, Geister zu beschwöre«und in neuern Zeiten die Alchymie. Die Astrologie kann nur in s»fern hieher gerechnet werden, als sie lehrt, durch Hülfe der die Ge-stirne bewegenden Geister das Verborgene zu erkennen, zu wahrsa-gen, Metalle zu verändern, Krankheiten zu heilen u. s. w.; abernicht, wenn sie nur aus der Constellation der Gestirne das Zukünf-tige vorhersagen lehrt. Eben der Fall ist es mit den übrigen Wahr-sagerkünsten. — Der Ursprung der Magie ist unstreitig in dem frü-hesten barbarischen Zeitalter der Völker zu suchen, wo es noch keineKünste und Wissenschaften gab und wo die Vernunft noch nichtlehrte, die Ursachen aller Wirkungen nur innerhalb der Gränzen derNatur zu suchen. Aber auch noch in unsern Zeiten findet die MagieBewunderer und Verehrer, und ist eine ergiebige Quelle für Gauk-ler und Betrüger, welche sich ihrer unter dem Namen der Lheur-gie und Lheosophie bei schwachköpsigen Personen bedienen, umGeld zu erpressen oder geheime Absichten durchzusetzen.

Magie (natürliche), ist der Gebrauch der Naturkunde zu Her-vorbringung von zwar Erstaunen erregenden, aber natürlichen Wir.kungen, von Wirkungen die demjenigen wunderbar und übernatür-lich erscheinen, der die Art und Weise nicht einsieht, wie sie er-reicht werden. Chemie und Physik sind die Grundlagen dieser Wis-senschaft. Es war kein Wunder, daß Männer, die in diesen Wis-senschaften vor ihren Zeitgenossen einige Fortschritte gemacht hatten,wie Roger Baco, der Pater Kircher und Andre, für Magier galtenund der Zauberei angeklagt wurden. Selbst in unsern Lagen, ob-gleich die Kenntnisse aller Art viel allgemeiner verbreitet und jedemzugänglicher sind, ist der Glaube an dergleichen geheime Wissenschaf-ten nicht ganz zerstört. Die Bemühungen verschiedner einsichtsvollenNaturforscher, eines Wiegleb, Rosenthal, Halle, Hclmuth, dieKenntnisse der natürlichen Magie mehr zu verbreiten, sind dahermit Dank anzuerkennen.

Magier (Ilk-xi), die Priesterclasse der Meder und Perser.Die Magier waren im Besitz der wissenschaftlichen Kenntnisse undübten die heiligen Gebräuche der Religion aus. Zoroaster war«icht ihr Stifter, sondern ihr Reformator. Er theilte sie in Lehr-linge, Meister und vollendete Meister. Da nur durch sie dem Or-muzd Gebete und Opfer dargebracht werden konnten, nur ihnen die-ser seinen Willen offenbarte, nur sie in die Zukunft blickten, kurzda sie für Mittelspersonen zwischen der Gottheit und den Menschengalten, so mußten sie nothwendig in großem Ansetzn stehn.

Magister nennt man diejenigen, welche die höchste phi-losophische Würde erlangt haben. Mit einer nähern Bestimmung -verbunden, erscheint dieses Wort schon bei den Römern als Ehren-titel (z. B. »lsgibter -giritum, General der Kavallerie), die jetztübliche Bedeutung hingegen schreibt sich aus den ältesten Zeiten derErrichtung der Universitäten her. Auf den frühesten Universitätenkannte man das sich später erst ausgebildete FacultätSwesen nochnicht, am wenigsten dachte man an die drei sogenannten höher«Facultäten der Theologie, Jurisprudenz und Medicin. Den gan-zen Kreis der akademischen Thätigkeit beschränkte man auf dieschon vorher bekannten sieben freien Künste (s. freie Künste),und nannte die Lehrer derselben Artisten, die ganze Versammlungderselben artistische Facultät, und diejenigen, welche nach völligerBeendigung ihres Etudicncursus wegen ihres Fleißes und ihrer