Magistrats 27
Kenntnisse öffentlich ausgezeichnet werden sollten, und den Gradeines Baccalaureus schon erlangt hatten, I>lL»i»,ro» ->rnum>, wo-mit in der Folge noch der Titel eines Doctors der Philosophie ver-bunden wurde. Weil diese Würde ihrem Ursprünge nach älter ist,als die eines Doctors, so wird sie noch jetzt in öffentlichen Anschlä-gen und Bekanntmachungen der meisten deutschen Universitäten denDoctoren vorgesetzt. Das Jahr ihrer" Entstehung läßt sich nichtbestimmen, aber schon im i2ten und igten Jahrhundert stand sie inFrankreich in so großer Achtung, daß selbst die angesehensten Män-ner sich um dieselbe bewarben. Seit jener Zeit ist sie theils durchEinführung der Facultätsverhältniffe, theils durch die große Ver-mehrung der Universitäten, theils auch durch manche dabei einge-rißnen Mißbräuche um vieles in ihrem frühern Ansehen ge-sunken. L—3.
MatzistratuS bedeutet theils ein öffentliches Amt, als Con-sulat, Prätur, theils diejenige Person, die ein solches Amt ver-waltet. Bon dxn obrigkeitlichen Personen bei den Griechen undRömern ist überhaupt folgendes zu merken. Athen hatte von Ce-crops bis auf Codrus siebzehn Könige; von Medon bis Alcmäondreizehn lebenslängliche Archonten; von Charops bis Eryrias sie-ben zehnjährige und seit dem nur einjährige Archonten. Jetzt wardie republikanische Verfassung Athens gegründet, aber nicht so fest,daß keine Unterbrechungen erfolgt wären. Die kaum von Solonfestgestellte Demokratie verwandelte schon Pisistratus wieder in eineAlleinherrschaft und vererbte sie auf seine Söhne Hippias und Hip«parchus. Eine Privatstreitigkeit dieser Fürsten mit einem Athenerveranlaßte eine Verschwörung gegen sie, in welcher Hipparch ermor-det wurde. Hippias wurde später vertrieben, und so trat die vo-rige Demokratie wieder ein, welche bis zum unglücklichen Ausgangedes peloponnesischen Krieges fortblühte, durch die Regierung derdreißig Tyrannen nur auf Ein Jahr und durch die Tyrannei derZehnmänner nur auf kurze Zeit unterbrochen wurde. Unter denmakedonischen Königen, wie später unter den Römern, behielt Athenmit einigen Unterbrechungen nur eine Scheinfreiheit. Antipaterverordnete, daß neuntausend der vornehmsten Bürger die Regierungverwalten sollten, und Cassander setzte den Demetrius PhalereuSzum Präfecten der Stadt ein. — In Lacedämon gehörten zu denobrigkeitlichen Personen die Könige, die Senatoren, Ephorenu. s. w. Sie wurden durch Stimmenmehrheit gewählt und verwal-teten ihr Amr theils lebenslänglich, wie die Könige und Senatoren,theils eine bestimmte Zeit lang. — Bei den Römern gab es zuverschleimen Zeiten auch verschiedne Magistrate. Zuerst regiertenKönige. Räch Vertreibung des siebenten Königs, Tarquinius Su-perbus (im I. der Stadt 244), wurde eine aristokratische Regie-rung eingeführt, die nach und nach immer mehr in Demokratie aus-artete. Zwei Consuln, welche jährlich gewählt wurden, vertratendie Stelle der Könige; in gefahrvollen Zeiten wählte man einenDictator mit unumschränkter Gewalt, und wenn keine Magistratevorhanden waren, einen Jnterrer. Diese Einrichtung währte m teinigen Unterbrechungen bis zum I. der Stadt 672, wo Sulla sichals immerwährender Dictator einer unumschränkten Gewalt an-maßte. Nachdem er aber nach drei Jahren der Herrschaft freiwilligentsagt hatte, dauerte die konsularische Regierung fort bis auf Ju-lius Cäsar, der sich im I. Roms 7L6 auch zum immerwährenden